Fehldiagnostizierte Ösophagusvarizenblutungen: die zweite Leichenschau als unverzichtbares Korrektiv
Abstract
Zusammenfassung Die äußere Leichenschau ist ein zentrales, aber fehleranfälliges Instrument der Todesursachenermittlung. Anhand zweier Fälle wird gezeigt, dass zunächst als natürlich eingestufte Todesfälle mit angenommener Ösophagusvarizenblutung bei der zweiten Leichenschau als nichtnatürlich (Verdacht auf Suizid) erkannt wurden. Beide Erstbeurteilungen basierten auf ärztlichen Fehleinschätzungen trotz offensichtlicher Befunde. Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit einer qualifizierten Ausbildung, einer offenen Fehlerkultur und der verpflichtenden Rückmeldung bei Fehleinschätzungen. Zudem wird die Bedeutung der zweiten Leichenschau vor Feuerbestattungen zur Sicherung der Rechts- und Befundqualität hervorgehoben.
Fields of Study & Subjects
Autopsy Techniques and Outcomes
Forensic Toxicology and Drug Analysis
Historical and Scientific Studies
Publication details
- Journal / source
- Rechtsmedizin
- Volume
- 36
- Issue
- 2
- Pages
- 102–105
- Publication date
- 3 February 2026
- Language
- DE