Zwischen Hoffnung, Hype und Hürden: Digitale Gesundheitsanwendungen für psychische Störungen

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Authors: Esther Stalujanis, Pascal Kemmerer, Deborah Engesser, Lena Dotzauer, Sandra M. A. Van der Salm, Sandy Scheibe, Karola Mergenthal, Karen Voigt, Susanne Singer
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References: 30

Abstract

Zusammenfassung Hintergrund Seit 2020 können Ärzt:innen und Psychotherapeut:innen Digitale Gesundheitsanwendungen für psychische Störungen (PsyDiGA) verordnen. Die Verschreibungs- und Nutzungszahlen blieben hinter den Erwartungen zurück. Bisher fehlen Studien, die Perspektiven von Patient:innen und Psychotherapeut:innen systematisch gegenüberstellen. Ziel der Arbeit Untersuchung der Potenziale und Grenzen von PsyDiGA aus Sicht von Psychotherapeut:innen als Verordnende und Patient:innen als Anwendende. Methoden Psychotherapeut:innen wurden deutschlandweit mithilfe von Fragebogen befragt. Zusätzlich wurden qualitative Telefoninterviews mit Patient:innen und Psychotherapeut:innen geführt. Die Auswertung erfolgte deskriptiv (quantitativ) und thematisch-inhaltlich (qualitativ) nach Mayring. Ergebnisse Fragebogen wurden von 321 Psychotherapeut:innen ausgefüllt, Interviews mit 18 Patient:innen und 16 Psychotherapeut:innen geführt. Beide Gruppen beschrieben Ambivalenzen gegenüber PsyDiGA. Vorteile sahen sie in der zeit- und ortsunabhängigen Verfügbarkeit, der Möglichkeit selbstständiger Nutzung und der Entlastung der angespannten Versorgungssituation mit begrenzten ambulanten Psychotherapieplätzen. Bedenken bestanden hinsichtlich des Datenschutzes, technischer Hürden, fehlender Individualisierung und des Verlusts der therapeutischen Beziehung. Psychotherapeut:innen betonten mangelnde Individualisierung, Patient:innen den fehlenden persönlichen Kontakt. Diskussion Die Implementierung von PsyDiGA hängt weniger von technologischen als von zwischenmenschlichen, strukturellen und vertrauensbezogenen Faktoren ab. Eine nachhaltige Integration in die psychotherapeutische Versorgung erfordert, technische Innovationen so zu gestalten, dass sie den therapeutischen Prozess ergänzen, nicht ersetzen.

Fields of Study & Subjects

Digital Mental Health Interventions Telemedicine and Telehealth Implementation Mobile Health and mHealth Applications

Publication details

Journal / source
Die Psychotherapie
Volume
71
Issue
2
Pages
109–117
Publication date
5 February 2026
Language
DE