David E. Rowe: Felix Klein. The Erlangen Program Classic Texts in the Sciences. Cham: Birkhäuser, 2025, 456 Seiten.
Abstract
Während Willy Loman alles versucht, den Mythos, er sei ein erfolgreicher Handelsvertreter, aufrecht zu erhalten, möchte das hier zu besprechende Buch von David E. Rowe das genaue Gegenteil: Mythen, die sich um Kleins Erlanger Programm ranken, entkräften.Und deren gibt es einige.So lesen wir in Rosenfelds "A History of non-Euclidean Geometry": "Felix Klein, [...], noticed that Euclidean motions, non-Euclidean motions, as well as similarity, affine, projective, circular and conformal transformations, form groups [...].In 1872, when he became a professor at the university of Erlangen, Klein gave a lecture [...] known as the Erlanger program."(S. 338-339).Im Weiteren werden wir sehen, was hiervon stimmt und was nicht.Beginnen wir mit dem weitverbreiteten und auch von Rosenfeld tradierten Irrtum: Kleins "Erlanger Programm" -der korrekte Titel ist "Vergleichende Betrachtungen über neuere geometrische Forschungen" nebst Untertitel "Programm zum Eintritt in die philosophische Facultät und den Senat der k.Friedrich-Alexander-Universität zu Erlangen" -war nicht Kleins Antrittsvorlesung oder dergleichen.Vielmehr handelte es sich um eine "Dissertation", so der offizielle Begriff, mit der sich der neuberufene Professor seiner Fakultät -im Falle der Mathematik war das seinerzeit in der Regel die philosophische -vorstellte, also um einen Text, der sich hauptsächlich an Nicht-Mathematiker (damals ausnahmslos männlich) wandte: Vielleicht vergleichbar den Forschungsprogrammen, die heutzutage Kandidatinnen und Kandidaten im
Fields of Study & Subjects
History and Theory of Mathematics
Mathematics and Applications
History of Science and Medicine
Publication details
- Journal / source
- Mathematische Semesterberichte
- Volume
- 73
- Issue
- 1
- Pages
- 103–115
- Publication date
- 13 January 2026
- Language
- DE