Medikamente in der Stillzeit

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Authors: Natalie Groiss, Thomas Zöggeler, Lukas Wisgrill, Gudrun von der Ohe, Daniela Karall
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Abstract

Zusammenfassung Die Frage „Darf die Mutter weiter stillen?“ wird in der klinischen Praxis häufig gestellt, wenn eine medikamentöse Therapie notwendig wird. Diese Perspektive ist jedoch falsch. Die richtige Herangehensweise lautet: „Die Mutter stillt – welches Medikament kommt in Frage?“ Mit sehr wenigen Ausnahmen lassen sich für so gut wie alle Erkrankungen Präparate finden, die sowohl wirksam als auch stillverträglich sind. Pharmakologische Faktoren wie Molekülgröße, Lipophilie, Proteinbindung, pH-Abhängigkeit und Halbwertszeit bestimmen den Übertritt in die Muttermilch. Für die Praxis hat sich die Berechnung der relativen kindlichen Dosis (RKD) etabliert; Werte unter 10 % gelten meist als unbedenklich. Neben Arzneimitteleigenschaften sind auch Alter und Gesundheitszustand des Kindes sowie Dauer und Applikationsform der Therapie zu berücksichtigen. Während Einmalgaben in der Regel problemlos sind, erfordern Langzeittherapien eine genauere Abwägung. Absolute Kontraindikationen sind selten, betreffen aber u. a. Zytostatika, Radionuklide und radioaktives Jod. Ein praxisorientierter Leitfaden erleichtert die Entscheidungsfindung. Verlässliche Informationsquellen wie die Internetplattform „Embryotox“ der Charité Berlin oder Standardwerke von Schaefer und Hale sind essenziell (Abb. 1). Ziel ist es, bei Erhalten des Stillens eine notwendige Therapie zu ermöglichen.

Fields of Study & Subjects

Neonatal skin health care Pharmaceutical studies and practices Breastfeeding Practices and Influences

Publication details

Journal / source
Pädiatrie & Pädologie
Volume
61
Issue
4
Pages
130–135
Publication date
7 January 2026
Language
DE