Neuromentale Entwicklungsstörungen: Paradigmenwechsel von ICD-10 zu ICD-11 in der Klassifikation psychischer Störungen

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Authors: Lukas Kamenski, Anna S. Höflich, Martin Aigner
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References: 12

Abstract

Zusammenfassung Mit der 2018 auf Englisch erschienenen und 2022 grundsätzlich in Kraft getretenen (jedoch bisher noch nicht validiert ins Deutsche übersetzten) ICD-11 findet eine grundlegende Neuordnung des bisherigen 6. Kapitels (F) der ICD-10 statt. Insbesondere im Bereich der neuromentalen Entwicklungsstörungen (neurodevelopmental disorders) zeigt sich dabei ein Fortschritt weg vom statischen Defizitbegriff hin zu einem dynamischeren und prozessbetonten Störungsbegriff. Die Intelligenzminderung (ICD-10) wird somit zur Intelligenzentwicklungsstörung und es kommt dabei zu einer stärkeren Betonung des adaptiven Funktionsniveaus gegenüber der reinen Beurteilung des Intelligenzquotienten. Der Begriff der Autismus-Spektrum-Störung wird anstelle der bisher separaten Störungsbilder des frühkindlichen, atypischen und Asperger-Austismus eingeführt und die bisherigen Ticstörungen werden vorrangig dem ICD-11-Kapitel 08 „Krankheiten des Nervensystems“ als „Primäre Tics oder Ticstörungen“ (8A05.0) zugeordnet. Zusätzlich werden die in der ICD-11 primär-idiopathischen neuromentalen Entwicklungsstörungen von sekundären Störungsvarianten durch die neu geschaffene Unterkategorie „Sekundäres neuromentales Entwicklungssyndrom“ 6E60 klar getrennt. Im vorliegenden Artikel werden diese Unterschiede auch anhand eines realitätsnahen Fallbeispiels dargestellt.

Fields of Study & Subjects

Mental Health and Psychiatry Autism Spectrum Disorder Research Psychology and Mental Health

Publication details

Journal / source
psychopraxis neuropraxis
Volume
29
Issue
1
Pages
24–29
Publication date
15 January 2026
Language
DE