MBT-Fortbildung in der stationären psychiatrischen Regionalversorgung

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Authors: Daniel Grafenberger, Henriette Löffler-Stastka
Cited by: 2
References: 3

Abstract

Zusammenfassung Das Konzept des Mentalisierens und die mentalisierungsbasierte Therapie wurden in den 1990er-Jahren primär von Fonagy und Bateman geprägt. Mentalisieren beschreibt die Fähigkeit, mentale Begründungen und Intentionen des eigenen Verhaltens und des Verhaltens anderer nachzuvollziehen. Dazu zählen Wünsche, Ideen und Vorstellungen, welche durch eine Vielzahl an Einflüssen im Leben einer Person geformt werden. Ab dem Säuglingsalter nehmen frühe Bindungserfahrungen mit Bezugspersonen Einfluss auf die Bildung des Selbst und die Affektwahrnehmung bzw. Affektregulation. Im Rahmen eines Forschungsprojekts der Medizinischen Universität Wien wurde an der Klinik Favoriten eine Begleitstudie zu einer einjährigen Schulung für Mitarbeitende im Bereich der mentalisierungsbasierten Therapie durchgeführt. Das Ziel der Studie war, Erkenntnisse über den Einfluss der Schulung auf die Mentalisierungsfähigkeit, die Affektwahrnehmung und die Symptombelastung des teilnehmenden Krankenhauspersonals zu gewinnen. Hierfür wurden die Mentalisierungsfähigkeit, die Affektwahrnehmung und Affektregulation sowie die aktuelle Symptombelastung mit verschiedenen Fragebögen und in Form von Interviews zu zwei Messzeitpunkten erhoben. Die Daten wurden mit dem Programm IBM SPSS Statistics (IBM, Armonk, NY, USA) verarbeitet und ausgewertet. Im Bereich der Mentalisierung bezogen auf die eigene Person konnte eine positive signifikante Veränderung festgestellt werden. In den Bereichen Mentalisierung der anderen und Mentalisierungsmotivation war keine signifikante Veränderung messbar. Im Bereich der Affektwahrnehmung und Affektregulation konnte in vier von sechs Unterkategorien eine signifikante Verbesserung festgestellt werden. Die Ergebnisse im Bereich der Symptombelastung ergaben einen nicht signifikanten Zusammenhang zwischen Mentalisierungsfähigkeit und Abnahme der Symptombelastung. Die untersuchte Stichprobe war sehr klein ( N = 20). Die Erhebungen fanden im Krankenhaus und während der Arbeitszeit statt, dies könnte einen Einfluss auf die Performance des Personals gehabt haben. Für weitere Studien wäre der Einfluss der Mentalisierungsfähigkeit des Personals auf die Genesung der Patient:innen interessant.

Fields of Study & Subjects

Psychiatric care and mental health services Personality Disorders and Psychopathology Schizophrenia research and treatment

Publication details

Journal / source
psychopraxis neuropraxis
Publisher
Springer Science and Business Media LLC
Volume
29
Issue
2
Pages
65–68
Publication date
2 February 2026
Language
DE