Dialogisches Ringen statt Kampf. Für eine neue Sprache in der onkologischen Therapie
Abstract
Zusammenfassung „Der einzig richtige Umgang mit Krebs ist Krieg gegen ihn zu führen.“ So könnte man die Metapher zusammenfassen, die unser Denken maßgeblich prägt. Die Kampfmetapher ist sowohl im öffentlichen Diskurs dominant als auch in unserem persönlichen Umfeld und auch in der Medizin, speziell der Onkologie. Zunehmend wird aber von Betroffenen die Problematik dieser Metapher thematisiert, da sie bei ihnen keine Kräfte freisetzt, sondern sie zusätzlich unter Druck setzt. Der Beitrag untersucht aus interdisziplinärer Perspektive von Medizin, Sprachwissenschaft und Spiritual Care, wie kämpferische Sprachbilder das Verständnis von Ärzten und Patienten über Krebserkrankungen beeinflussen und welche Alternativen sich dazu bieten. Wir plädieren schließlich für eine humanistische onkologische Sprache, in der ein gemeinsames dialogisches Ringen möglich wird, statt des Anfeuerns eines „Cancer Warriors“. Das gemeinsame dialogische Ringen erlaubt ein sinnorientiertes Verstehen von Krankheit, das auch die medizinische Therapie einschließt. Narrative Medizin, künstlerische Ausdrucksformen, dialogische Kompetenz, Wissen um existenzielle Grenzsituationen, Patient Involvement und Spiritual Care eröffnen Räume, in denen Subjektivität und Sinnfragen artikuliert und damit besprechbar werden.
Fields of Study & Subjects
Empathy and Medical Education
Patient-Provider Communication in Healthcare
Medicine
History
and Philosophy
Publication details
- Journal / source
- Die Onkologie
- Volume
- 32
- Issue
- 3
- Pages
- 316–321
- Publication date
- 14 January 2026
- Language
- DE