Dialogisches Ringen statt Kampf. Für eine neue Sprache in der onkologischen Therapie

Read full text
Authors: Sandra Apondo, Eckhard Frick sj, Wolf-Andreas Liebert
Cited by: 0
References: 11

Abstract

Zusammenfassung „Der einzig richtige Umgang mit Krebs ist Krieg gegen ihn zu führen.“ So könnte man die Metapher zusammenfassen, die unser Denken maßgeblich prägt. Die Kampfmetapher ist sowohl im öffentlichen Diskurs dominant als auch in unserem persönlichen Umfeld und auch in der Medizin, speziell der Onkologie. Zunehmend wird aber von Betroffenen die Problematik dieser Metapher thematisiert, da sie bei ihnen keine Kräfte freisetzt, sondern sie zusätzlich unter Druck setzt. Der Beitrag untersucht aus interdisziplinärer Perspektive von Medizin, Sprachwissenschaft und Spiritual Care, wie kämpferische Sprachbilder das Verständnis von Ärzten und Patienten über Krebserkrankungen beeinflussen und welche Alternativen sich dazu bieten. Wir plädieren schließlich für eine humanistische onkologische Sprache, in der ein gemeinsames dialogisches Ringen möglich wird, statt des Anfeuerns eines „Cancer Warriors“. Das gemeinsame dialogische Ringen erlaubt ein sinnorientiertes Verstehen von Krankheit, das auch die medizinische Therapie einschließt. Narrative Medizin, künstlerische Ausdrucksformen, dialogische Kompetenz, Wissen um existenzielle Grenzsituationen, Patient Involvement und Spiritual Care eröffnen Räume, in denen Subjektivität und Sinnfragen artikuliert und damit besprechbar werden.

Fields of Study & Subjects

Empathy and Medical Education Patient-Provider Communication in Healthcare Medicine History and Philosophy

Publication details

Journal / source
Die Onkologie
Volume
32
Issue
3
Pages
316–321
Publication date
14 January 2026
Language
DE