Empfehlungen zur Prävention und Risikooptimierung bei der extrakraniellen Carotisstenose: eine evidenzbasierte und laienverständliche Informationsbroschüre

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Authors: Hanna Schlichting, Axel Antonio Larena-Avellaneda, Barbara Rantner, Haiko Kazarians, Lars Marquardt, Farzin Adili, Irene Hinterseher, Manfred Pfeiffer, Mechthild Pfeiffer-Krahl, Ulrich Rother, Christian‐Alexander Behrendt
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Abstract

Zusammenfassung Die extrakranielle Carotisstenose (Verengung der Halsschlagader) gilt mit weltweit über einer Milliarde Betroffenen als Volkskrankheit, wobei in Deutschland etwa 30 % der Erwachsenen zwischen 45 und 74 Jahren eine krankhafte Wandverdickung der Halsschlagader aufweisen. Da circa 15 % der jährlich 250.000 Schlaganfälle in Deutschland auf diese Erkrankung zurückzuführen sind, ist eine frühzeitige Diagnostik mittels farbcodierter Duplexsonografie (Ultraschalluntersuchung) sowie eine konsequente Prävention entscheidend. Die Behandlung basiert auf einer engen Verzahnung von Lebensstilmodifikationen, medikamentöser Therapie und invasiven Verfahren. Als wichtigster veränderbarer Risikofaktor gilt das Tabakrauchen, weshalb eine strikte Entwöhnung neben mediterraner Ernährung und körperlicher Aktivität das Fundament der Therapie bildet. Die medikamentöse Behandlung umfasst zwingend hochpotente Statine zur Senkung des Low-Density-Lipoprotein(LDL)-Cholesterins auf Zielwerte unter 70 mg/dl oder 55 mg/dl sowie den Einsatz von Thrombozytenaggregationshemmern wie ASS oder Clopidogrel. Bei der Entscheidung über invasive Eingriffe wie die operative Endarteriektomie oder das Stenting wird strikt zwischen symptomatischen und asymptomatischen Patienten unterschieden. Während bei symptomatischen Stenosen ab einem Grad von 50 % eine starke Empfehlung zur Operation besteht, wird die Indikation bei beschwerdefreien Patienten zunehmend zurückhaltender und individuell in interdisziplinären Fallkonferenzen gestellt. Aktuelle Versorgungsdaten verdeutlichen jedoch, dass das schlaganfallfreie Gesamtüberleben in der Praxis oft hinter den Ergebnissen klinischer Studien zurückbleibt, was die Bedeutung einer lebenslangen optimalen konservativen Therapie und regelmäßiger jährlicher Ultraschallkontrollen nach einem Eingriff unterstreicht.

Fields of Study & Subjects

Cerebrovascular and Carotid Artery Diseases Acute Ischemic Stroke Management Peripheral Artery Disease Management

Publication details

Journal / source
Gefässchirurgie
Volume
31
Issue
6
Pages
477–484
Publication date
10 February 2026
Language
DE