Takotsubo-Syndrom: Kann die Grundlagenwissenschaft helfen?
Abstract
Das Takotsubo-Syndrom (TTS) ist eine Stress-assoziierte akute Herzinsuffizienz, die mit dem klinischen Bild eines akuten Myokardinfarkts einhergeht. Man vermutet, dass erhöhte Katecholaminspiegel in der Pathogenese eine zentrale Rolle spielen. Trotz zumeist rascher Erholung der systolischen linksventrikulären Funktion besteht abhängig vom klinischen Risikoprofil oft eine eingeschränkte Akut- und/oder Langzeitprognose. Eine Pathophysiologie-orientierte Therapie gibt es bislang nicht, da evidenzbasierte Strategien fehlen. Die Grundlagenforschung hat jedoch Mechanismen identifiziert, die über eine reine Katecholaminhypothese hinausgehen. Das umfasst beispielsweise eine apikale β2-Adrenozeptor-vermittelte myokardiale Inhibition, eine mikrovaskuläre, mitochondriale oder metabolische Dysfunktion sowie die myokardiale Inflammation. In einem translationalen Ansatz wird – basierend auf experimentellen Daten – aktuell beispielsweise eine Therapie im Akutsetting durch die Inhibition des Calcineurinsignalwegs als Treiber des TTS in einer randomisierten doppelblinden Phase-II-Studie untersucht. Dieser Beitrag diskutiert beispielhaft, wie die Grundlagenforschung gerade bei der Identifikation wichtiger Aspekte der Pathophysiologie und Translation kausaler Therapiestrategien helfen kann.
Fields of Study & Subjects
Takotsubo Cardiomyopathy and Associated Phenomena
Viral Infections and Immunology Research
Psychosomatic Disorders and Their Treatments
Publication details
- Journal / source
- Die Kardiologie
- Volume
- 20
- Issue
- 2
- Pages
- 147–152
- Publication date
- 24 February 2026
- Language
- DE