Das Wissen um das Selbst

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Authors: Nils Klevermann
Cited by: 1
References: 12

Abstract

Zusammenfassung Um sich als Subjekt mit einem Geschlecht und einem Begehren (an‑)erkennen zu können und sozial (an‑)erkannt zu werden, bedarf es eines Wissens über die normativen Erwartungen, die diese soziale Position konstituieren. Dieses Wissen über Geschlechts- und Begehrensnormen wird in Sozialisationsinstanzen vermittelt, ausgehandelt und transformiert. Die queere Jugendarbeit verfolgt den Anspruch, heteronormative Vorstellungen von Geschlecht und Begehren kritisch zu reflektieren und neue Möglichkeiten der Intelligibilität zu eröffnen. In ihr sollen sich junge Menschen mit bestehenden Ordnungen auseinandersetzen können und Unterstützung bei der (Aus‑)Bildung einer geschlechtlichen Identität und sexuellen Orientierung erhalten. Die Jugendgruppe wird damit zu einem Ort der (Re‑)Organisation eines Wissens über Geschlechter- und Begehrensnormen, das queere Subjektbildungsprozesse ermöglicht. In diesem Artikel wird der Frage nachgegangen, wie sich dieses Wissen unter Peers konstituiert und welche Selbstverhältnisse die Teilnehmenden individuell und kollektiv dazu ausbilden. Hierzu wird der Begriff des (Peer‑)Wissens entwickelt und dessen Bedeutung für Prozesse der Subjektbildung entfaltet. Anhand ausgewählter Szenen einer ethnographischen Forschung werden zentrale Dimensionen der Hervorbringung und Aushandlung von (Peer‑)Wissen und dessen Bedeutung für Subjektbildungsprozesse herausgearbeitet. Das Fazit hebt die Bedeutung von pädagogisch gerahmten Räumen für die Organisation von (Peer‑)Wissen hervor, das es jungen (queeren) Menschen ermöglicht, ein positives Selbstverhältnis auszubilden.

Fields of Study & Subjects

Sociology and Education Studies Feminism Gender and Social Issues LGBTQ Health Identity and Policy

Publication details

Journal / source
Soziale Passagen
Publisher
Springer Science and Business Media LLC
Volume
18
Issue
1
Pages
103–119
Publication date
1 June 2026
Language
DE