Inklusion am Arbeitsplatz: Wirksamkeit eines Leitfadens zur Unterstützung psychisch erkrankter Mitarbeitender
Abstract
Zusammenfassung Diese Studie untersucht die Wirkung eines neu entwickelten Inklusionsleitfadens auf die Einstellungsbereitschaft gegenüber Bewerber/-innen mit psychischen Erkrankungen. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass psychische Erkrankungen trotz hoher Prävalenz weiterhin mit Vorurteilen und Unsicherheiten im betrieblichen Kontext verbunden sind. In einem experimentellen Design erhielten die Teilnehmenden entweder Zugang zum Leitfaden oder keine zusätzliche Information, bevor sie über die Einstellung eines Bewerbenden mit diagnostizierter Depression entscheiden sollten. Der Leitfaden enthielt kompakte Informationen zu rechtlichen Grundlagen, Handlungsempfehlungen für Bewerbungsgespräche und Hinweise zu unterstützenden Maßnahmen im Arbeitsalltag. Die Ergebnisse zeigen, dass der Einsatz des Leitfadens die Bereitschaft zur Integration psychisch erkrankter Personen signifikant erhöhte. Besonders deutlich wurde, dass Teilnehmende mit Leitfaden nicht nur häufiger eine positive Einstellungsentscheidung trafen, sondern zugleich mehr Handlungssicherheit und geringere Vorbehalte berichteten. Praktische Relevanz: Der Inklusionsleitfaden erweist sich als wirkungsvolles Instrument, das Arbeitgeber/-innen praxisnah unterstützt und gleichzeitig einen Beitrag zur Reduktion von Stigmatisierung leisten kann. Er bietet Unternehmen eine konkrete Grundlage, um Unsicherheiten im Umgang mit psychisch erkrankten Bewerbenden abzubauen und Chancengleichheit im Bewerbungsprozess zu fördern.
Fields of Study & Subjects
Mental Health Treatment and Access
Disability Education and Employment
Workplace Health and Well-being
Publication details
- Journal / source
- Zeitschrift für Arbeitswissenschaft
- Volume
- 80
- Issue
- 1
- Pages
- 136–145
- Publication date
- 3 February 2026
- Language
- DE