Unterricht zum Thema Laienreanimation an Schulen in Nordrhein-Westfalen

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Authors: Rico Dumcke, Liliane Kozik, Sabine Wingen, Bernd Walter Böttiger, Nadine Rött, Marc Felzen, Rolf Rossaint, Gunther S. Joos, H. van Aken, Helene Papaspyrou, Antje Gottschalk, Claas Wegner
+1 more Niels Rahe-Meyer
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Abstract

Zusammenfassung Hintergrund Laienreanimationsunterricht soll als Teil der schulischen Bildung dazu beitragen, Laienreanimationsquoten zu erhöhen und damit das Überleben nach einem Kreislaufstillstand zu verbessern. Die Umsetzung ist in Deutschland heterogen. In Nordrhein-Westfalen (NRW) fördert das Ministerium für Schule und Bildung seit 2017 fakultativ engagierte Schulen bei der Umsetzung. Forschungsanliegen Diese Studie untersucht die aktuelle Umsetzung in NRW – im Hinblick auf Nutzung, didaktische Umsetzung und Förderpotenziale. Sekundäres Ziel war es, Einflussfaktoren auf Nutzung und Selbstverpflichtung zu analysieren. Methodik Mit dem Online-Tool EvaSys wurden über die Bezirksregierungen alle teilnehmenden Schulen in NRW von November 2023 bis März 2024 befragt. Der Fragebogen hat per Single- oder Multiplechoice-Items Nutzungsfrequenz (1 = weniger als 2 Tage; 5 = mehr als 14 Tage) und Zufriedenheit (1 = gar nicht; 5 = sehr) mit der zur Verfügung gestellten PractiMan-Puppe, die didaktische und organisatorische Gestaltung und die Bedarfe an Medien und Ausstattung bzw. an Maßnahmen erhoben. Ergebnisse Von 371 befragten Schulen haben 128 (34,5 %) teilgenommen und stellten auswertbare Daten zur Verfügung. 119 (93 %) der Schulen haben bisher Übungspuppen erhalten. Von diesen nutzen 100 (85 %) der Schulen die Übungspuppen PractiMan, und sind ohne geografische Differenz (Regierungsbezirke; p = 0,918) mindestens zufrieden damit. Häufig werden einzelne Klassen oder aber Kurse unterrichtet, am häufigsten im Regelunterricht eines Faches ( n = 51; 40,2 %). Ein Drittel der Schulen ( n = 42) nutzte allerdings außerunterrichtliche Formate. In 45 (35,2 %) Schulen besteht keinerlei Selbstverpflichtung und nur gut ein Viertel kann auf spezielle Qualifizierungsmaßnahmen zurückgreifen. Förderliche Ausstattung sind vor allem geeignete Medien und Unterrichtsmaterial (43,8 % bzw. 39,1 %). Als primäre Maßnahme zur Verbesserung wurde eine Verpflichtung ( n = 76; 59,4 %) genannt. Auf Selbstverpflichtung bzw. Nutzungsfrequenz hatte die Umsetzung im Regelunterricht (Fach- bzw. Gemeinschaftsstunden) einen positiven Einfluss (log. Regression; OR [95 %-KI] = 4,8 [2,0–11,1] bzw. 3,5 [1,3–9,4]). Implikationen Diese Studie konnte verdeutlichen, dass die Ausstattung mit Reanimationspuppen in dem Großteil der Schulen in NRW auch zu einer entsprechenden Unterrichtsnutzung führt. Dennoch fehlt es an einem Konzept für innercurriculare Umsetzung, für Lehrkräfte-Qualifizierung und für geeignete kompetenzorientierte Materialvorschläge. Eine Verpflichtung wird positiv bewertet. Die Autor*innen empfehlen die Forcierung dieser Maßnahmen.

Fields of Study & Subjects

Religious Education and Schools Religion Theology and Education Education Methods and Technologies

Publication details

Journal / source
Unterrichtswissenschaft
Volume
54
Issue
2
Pages
225–246
Publication date
6 January 2026
Language
DE