Beratungsbedarf ambulant behandelter Patient*innen durch den Kliniksozialdienst – eine explorative quantitative Studie an ausgewählten Ambulanzen einer Universitätsklinik
Abstract
Zusammenfassung Hintergrund Menschen mit chronischen Erkrankungen sind im Krankheitsverlauf mit vielfältigen Herausforderungen konfrontiert. Vor allem Patient*innen mit schweren und seltenen Erkrankungen werden durch Hochschulambulanzen langfristig betreut. Beratungsangebote des Krankenhaussozialdienstes stehen nichtonkologischen Patient*innen nur im Rahmen einer stationären Behandlung zur Verfügung. Ziel der Pilotstudie war es, erstmals einen möglichen sozialdienstlichen Unterstützungsbedarf und Beratungsanliegen dieser Patient*innen zu ergründen. Methode Ein standardisierter Fragebogen (Online- und Paper-and-Pencil-Version) zu Beratungsbedarf und -anliegen wurde entwickelt und die Befragung 2024 in einer Pilotstudie unter Patient*innen dreier Hochschulambulanzen einer niedersächsischen Universitätsklinik durchgeführt. Ergebnisse Der Fragebogen besteht aus etablierten und eigens entwickelten Fragenkomplexen zur sozialdienstlichen Beratung und Unterstützung, klinischen Versorgung und Beratungserfahrung, zum soziodemografischen Hintergrund und zur informellen sozialen Unterstützung. Die Ergebnisse der Pilotstudie, an der sich 64 Patient*innen beteiligten, lassen auf eine hinreichende Qualität des Erhebungsinstruments schließen. Ein Drittel der Teilnehmenden gab an, dass sozialdienstliche Beratung für sie „sehr hilfreich" gewesen wäre; für mehr als zwei Fünftel wäre sie „eher hilfreich" gewesen. Häufigste Anliegen waren psychosoziale Beratung zur Krankheitsbewältigung und Beratung zur medizinischen Rehabilitation, gefolgt von Beratung zu Leistungen nach dem Behindertenrecht, zur Teilhabe am Arbeitsleben, zu Rentenfragen und Unterstützungsmöglichkeiten im häuslichen Umfeld. Diskussion Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass chronisch erkrankte Patient*innen mit nichtonkologischen Erkrankungen im Krankheitsverlauf psychosozialer Beratung und Unterstützung bedürfen. Insbesondere in frühen Krankheitsphasen und bei Hilfebedarf im Alltag wurden sozialdienstliche Beratungsangebote als hilfreich erachtet. Schlussfolgerung Wesentlich erscheint in Ermangelung belastbarer Daten zur Quantifizierung des Beratungsbedarfs als Grundlage für den Aufbau eigener Angebote die Bereitstellung von Informationen, die Patient*innen den Zugang zu bestehenden externen Beratungsangeboten ebnen.
Fields of Study & Subjects
Medical Practices and Rehabilitation
Social Work Education and Practice
Psychiatric care and mental health services
Publication details
- Journal / source
- Zeitschrift für Evidenz Fortbildung und Qualität im Gesundheitswesen
- Volume
- 201
- Pages
- 26–37
- Publication date
- 26 February 2026
- Language
- DE