Hinschauen lernen: Alltagsdiskriminierung in der Psychotherapie

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Authors: Timo Slotta, Nele Preißler, Alexander L. Gerlach
Cited by: 1
References: 29

Abstract

Zusammenfassung: Theoretischer Hintergrund: Psychotherapie soll Sicherheit und faire Versorgung bieten, wird für minorisierte Patient_innen jedoch nicht selten zum Schauplatz subtiler Diskriminierungserfahrungen. Von Therapeut_innen getätigte Mikroaggressionen gefährden die therapeutische Allianz und den Behandlungserfolg, insbesondere wenn sie unerkannt bleiben. Fragestellung: In welcher Form treten typische Mikroaggressionen in deutschen Psychotherapien auf? Methode: Schilderungen von N = 278 minorisierten Patient_innen über ihre Erfahrungen mit Rassismus, Sexismus, Hetero- und Cis-Sexismus innerhalb von Psychotherapien wurden in online-Erhebungen gesammelt und inhaltsanalytisch ausgewertet. Ergebnis: Es konnten zehn gängige Typen psychotherapeutischer Mikroaggressionen identifiziert werden. Sie traten über verschiedene Patient_innengruppen sowie unabhängig vom Therapieverfahren auf und spiegeln ein strukturell verankertes Muster subtiler Diskriminierung wider. Schlussfolgerungen: Die vorliegende Taxonomie bietet eine Grundlage, um Sensibilität, Selbstreflexion und kulturelle Demut im psychotherapeutischen Handeln zu stärken.

Fields of Study & Subjects

Counseling Practices and Supervision Gender Roles and Identity Studies Racial and Ethnic Identity Research

Publication details

Journal / source
Zeitschrift für Klinische Psychologie und Psychotherapie
Publisher
Hogrefe Publishing Group
Volume
55
Issue
2
Pages
89–98
Publication date
1 April 2026
Language
DE