Editorial

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Authors: Josefine Horbach, Thomas Günther
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Abstract

Liebe Leserinnen und Leser, Lernstörungen sind keineswegs seltene Randbefunde, sie betreffen Teile jeder Schulklasse und prägen Lebensläufe weit über die Kindheit hinaus. Die Lese-Rechtschreibstörung (LRS) zeigt, wie eng schulische, soziale und psychische Entwicklungen miteinander verflochten sind: Wer mühsam Buchstaben entziffert, erlebt häufiger Misserfolge, gewinnt seltener positiven Selbstwert aus schulischen Leistungen und begegnet schon früh einem stigmatisierenden Urteil. Diese Erfahrungen können bei betroffenen Kindern in der Pubertät zu Ängsten, depressiven Symptomen oder Verhaltensproblemen anwachsen und schränken im Erwachsenenalter Bildungs- und Berufschancen ein. Aufmerksamkeitsdefizite oder emotionale Belastungen können das Lernen weiter erschweren und einen Teufelskreis in Gang setzen. Spätestens hier wird deutlich: Die Trennlinie zwischen Lernstörungen und psychischen Erkrankungen ist keine fachliche Notwendigkeit, sondern eine inadäquate Vereinfachung. Publication History Article published online: 03 March 2026 © 2026. Thieme. All rights reserved. Georg Thieme Verlag KG Oswald-Hesse-Straße 50, 70469 Stuttgart, Germany

Fields of Study & Subjects

Reading and Literacy Development Developmental and Educational Neuropsychology Attention Deficit Hyperactivity Disorder

Publication details

Journal / source
Sprache · Stimme · Gehör
Volume
50
Issue
01
Pages
18–18
Publication date
1 March 2026
Language
DE