Fertilitätserhalt in der gynäkologischen Onkologie

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Authors: Laura Lotz, Ralf Dittrich
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Abstract

All articles of this category (opens in new window) Maligne Erkrankungen im gebärfähigen Alter stellen Patientinnen und das interdisziplinäre Team vor besondere Herausforderungen. Mit verbesserten Überlebensraten rückt der Erhalt der Lebensqualität – insbesondere der Fertilität – in den Fokus. Dieser CME-Artikel gibt einen praxisnahen Überblick zu Indikationsstellung, Beratung und modernen Möglichkeiten des Fertilitätserhalts in der Gynäkoonkologie. Kernaussagen Etwa 10 % der onkologischen Patientinnen sind unter 45 Jahre alt und häufig noch ohne abgeschlossene Familienplanung. Chemotherapien, insbesondere Alkylanzien wie Cyclophosphamid, sind hoch gonadotoxisch; das Risiko steigt mit dem Alter und der Kombinationstherapie. Die Datenlage zu gonadotoxischen Effekten von zielgerichteten Therapien und Immuntherapien ist begrenzt; Beratung über Unsicherheiten ist wichtig. Die Kryokonservierung von Oozyten gilt als ein Standardverfahren, Random-Start-Protokolle verkürzen die Zeit bis zur Stimulation; Letrozol senkt Östradiolspitzen bei HR-positiven Tumoren. Die Kryokonservierung von Ovarialgewebe ist als Methode zum Fertilitätserhalt etabliert und besonders bei Zeitdruck oder Stimulationskontraindikationen relevant; Schwangerschaftsraten liegen bei ca. 30 %. GnRH-Agonisten können das Risiko für prämature Ovarialinsuffizienz senken, ersetzen jedoch keine Kryokonservierung. Beim frühen Zervixkarzinom sind Konisation und radikale Trachelektomie bei selektierten Patientinnen onkologisch sicher; Ovartransposition schützt vor Strahlenschäden. Ein fertilitätserhaltendes operatives Vorgehen beim Ovarialkarzinom ist nur bei sorgfältig ausgewählten Patientinnen mit einem einseitigen, gut differenzierten Tumor im FIGO-Stadium IA möglich. Bei Borderline-Tumoren sind konservative Eingriffe häufig möglich. Das Endometriumkarzinom im frühen Stadium kann bei streng selektierten Patientinnen konservativ mit Gestagenen behandelt werden, oft kombiniert mit assistierter Reproduktion. Zur Einschätzung der ovariellen Reserve sollte der AMH-Wert sowohl vor Beginn als auch 1 Jahr nach Abschluss der onkologischen Therapie bestimmt werden, um beurteilen zu können, ob eine spontane Konzeption realistisch ist oder eine fertilitätsmedizinische Behandlung eingeleitet werden sollte.

Fields of Study & Subjects

Reproductive Biology and Fertility Ovarian cancer diagnosis and treatment BRCA gene mutations in cancer

Publication details

Journal / source
Frauenheilkunde up2date
Volume
20
Issue
01
Pages
41–58
Publication date
1 February 2026
Language
DE