Schwerverletztenversorgung im Schockraum – Update anhand der S3-Leitlinie „Polytrauma/Schwerverletzten-Behandlung“

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Authors: Jacob Stössel, Sylvi Thierbach, Martin Kulla, Björn Hoßfeld
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References: 11

Abstract

All articles of this category (opens in new window) Der Artikel beleuchtet anhand eines Fallbeispiels den Schockraum als zentrale Schnittstelle zwischen Rettungsdienst und Klinik. Die Versorgung polytraumatisierter Patientinnen und Patienten zählt zu den größten Herausforderungen der Akutmedizin. Entscheidend sind klare Rollen, strukturierte Abläufe und Kenntnisse der wichtigsten Konzepte der Schockraumversorgung. Kernaussagen Das Traumateam im Schockraum muss übersichtlich genug sein, um handlungsfähig zu bleiben, und zugleich interdisziplinär aufgestellt, um die gesamte Bandbreite lebensrettender Maßnahmen abbilden zu können. Strukturierte Teamzusammensetzung, kontinuierliches Training und ein kompetenter Trauma-Leader sind entscheidende Faktoren, um Zeit bis zur Intervention zu verkürzen und die Prognose polytraumatisierter Patienten zu verbessern. Die Übergabe im Schockraum ist ein hochsensibler Moment, mit dem SINNHAFT-Schema steht ein praxisnahes Übergabeschema zur Verfügung. Im Rahmen des Primary Survey gilt es zu entscheiden: Bedarf der Patient einer sofortigen lebensrettenden Intervention oder können zunächst CT und Secondary Survey durchgeführt werden? eFAST bietet als „Bedside Tool“ eine unmittelbare Entscheidungsunterstützung im Primary Survey, während die CT die definitive Diagnosesicherung und umfassende Verletzungsdetektion ermöglicht. Die Durchführung des eFAST soll die CT-Diagnostik nicht verzögern, allerdings ergänzen sich beide Verfahren. Die Verlaufs-CT-Bildgebung nach 6 Stunden stellt insbesondere bei beatmeten und sedierten Patienten mit schwerem SHT eine wichtige Diagnostik dar, um sekundäre Hirnschäden frühzeitig zu erkennen und zeitnah therapeutische Konsequenzen einzuleiten. Die Konzepte DCS und EDC sind keine Gegensätze, sondern ergänzende Strategien in der Polytraumaversorgung. Während das DCS-Konzept als „Überlebensstrategie“ für instabile Patienten unverzichtbar ist, stellt EDC die leitliniengerechte Standardstrategie für stabile Patienten dar.

Fields of Study & Subjects

Trauma and Emergency Care Studies Trauma Hemostasis Coagulopathy Resuscitation Trauma Management and Diagnosis

Publication details

Journal / source
Notaufnahme up2date
Volume
08
Issue
01
Pages
25–41
Publication date
1 January 2026
Language
DE