Strahlenbelastung in der Wirbelsäulenchirurgie
Abstract
Zusammenfassung Die zunehmende Anwendung intraoperativer Bildgebung in der Wirbelsäulenchirurgie macht ein fundiertes Verständnis von Dosisbegriffen und Strahlenschutzmaßnahmen erforderlich. Diese Übersichtsarbeit vermittelt praxisrelevantes Wissen zur Strahlenbelastung bei spinalen Eingriffen durch systematische Darstellung der physikalischen Grundlagen ionisierender Strahlung und Analyse aktueller Literatur zu verschiedenen OP-Verfahren. Die natürliche Strahlenexposition beträgt in Deutschland durchschnittlich 2,1 mSv/Jahr, medizinische Anwendungen tragen weitere 1,7 mSv/Jahr bei. Die Strahlenexposition variiert bei wirbelsäulenchirurgischen Eingriffen erheblich: Bei der lumbalen Diskektomie reichen publizierte Durchleuchtungszeiten von 4,6 bis zu 34,9 Sekunden. Ohne konsequenten Strahlenschutz können Operateure bei Vertebroplastien bereits nach 61 Eingriffen die jährlichen Grenzwerte überschreiten, mit optimierten Protokollen ist eine Erhöhung auf 646 Kyphoplastien möglich. Durch Kombination technischer Maßnahmen (ALARA-Prinzip, optimierte Geräteeinstellungen), organisatorischer Aspekte (Schulungen, Protokolle) und persönlicher Schutzausrüstung lässt sich die Strahlenbelastung für Patienten und OP-Team erheblich reduzieren. Die Integration von 3D-Navigation und robotisch-assistierten Verfahren bietet zusätzliche Möglichkeiten zur Dosisminimierung für das OP-Team bei gleichzeitiger Verbesserung der Behandlungsqualität.
Fields of Study & Subjects
Radiation Dose and Imaging
Radiology practices and education
Advanced Radiotherapy Techniques
Publication details
- Journal / source
- Die Wirbelsäule
- Volume
- 10
- Issue
- 02
- Pages
- 90–99
- Publication date
- 26 February 2026
- Language
- DE