Thorakale Myelopathie durch Katheterspitzengranulom bei einliegender intrathekaler Schmerzpumpe
Abstract
Zusammenfassung Katheterspitzengranulome stellen eine seltene, jedoch potenziell reversible Komplikation der intrathekaler Opioidtherapie dar und können durch mechanische oder entzündlich-toxische Effekte zu einer Myelopathie führen. Ein 70-jähriger Patient mit langjähriger intrathekaler Morphintherapie entwickelte innerhalb von 2 Tagen eine progrediente Reithosenanästhesie, Sensibilitätsstörung ab Höhe Th10 und eine aufsteigende Paraparese (ASIA D). Die MRT zeigte eine thorakale Myelopathie mit fokaler Raumforderung an der Katheterspitze (Th8/9). Unter multimodalem intraoperativem Neuromonitoring wurde der Katheter vollständig über den lumbalen Zugang entfernt. Histologisch fand sich fibrinoleukozytäres Material ohne Hinweis auf Infektion. Postoperativ kam es zu einer raschen, jedoch nicht vollständigen neurologischen Erholung. In der Verlaufskontrolle zeigte sich bildgebend eine deutliche Rückbildung des Myelopathiesignals ohne residuelle Neurokompression. Katheterspitzengranulome sollten bei akuter neurologischer Verschlechterung unter intrathekaler Opioidtherapie stets in Betracht gezogen werden. Eine sofortige Explantation des Kathetersystems ist entscheidend, um eine irreversible Schädigung des Rückenmarks zu vermeiden. Bei persistierenden neuropathischen Schmerzen kann eine spätere Rückenmarkstimulation (SCS) als ergänzende Therapieoption in Erwägung gezogen werden.
Fields of Study & Subjects
Pain Management and Opioid Use
Anesthesia and Pain Management
Intraoperative Neuromonitoring and Anesthetic Effects
Publication details
- Journal / source
- Die Wirbelsäule
- Volume
- 10
- Issue
- 01
- Pages
- 47–50
- Publication date
- 27 January 2026
- Language
- DE