Laparoskopische Fundoplicatio

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Authors: Volker Schumpelick, Reinhard Kasperk, Michael P. H. Stumpf
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Abstract

All articles of this category (opens in new window) Indikation Absolut: unter konservativer Therapie refraktäre Refluxkrankheit bei inkompetentem unterem Ösophagussphinkter. Kontra: ausgedehnte Voroperationen im Oberbauch. In der Regel auch beim Rezidiveingriff primär laparoskopisches Vorgehen möglich Alternativverfahren: konventionelles Vorgehen. Operationsvorbereitung Präoperative Diagnostik: Endoskopie, Kontrastmittel-Schluck, Manometrie, 24-h-pH-Metrie. Ausschluss von Gallensteinen und Ulkuskrankheit. Patientenvorbereitung: bei Strikturen präoperative Dilatation. Spezielle Risiken, Aufklärung Passagere Dysphagie, Unfähigkeit zu Erbrechen/Aufstoßen (Superkontinenz), Verletzung von Ösophagus, Magen, Milz, N. vagus, Manschettenauflösung/-luxation, Rezidiv < 5%, Umsteigen auf konventionelles Vorgehen, intraoperative Endoskopie. Anästhesie Intubationsnarkose. Lagerung Rücken. Zugang Halbkreisförmige Trokaranordnung im Oberbauch um Xiphoid. Operationsschritte Trokarlokalisation. Eröffnung des peritonealen Überzugs. Mobilisation des terminalen Ösophagus. Skelettierung der großen Magenkurvatur. Anschlingen des Ösophagus und Hiatoplastik. Bildung dorsaler Fundusfalte. Bildung ventraler Fundusfalte. Nahtverschluss der Fundoplicatio. Fundoplicatio nach Toupet. Relevante Anatomie, Gefahren, Tricks Vor dem ösophagogastralen Übergang liegt der linke Leberlappen mit dem Lig. triangulare sinistrum. Auf Vorder- und Hinterfläche des Ösophagus liegen die Vagusstämme. Der Magenfundus liegt kranialer als die Kardia mit enger Lagebeziehung zur Milz. Eine dicke Magensonde (40 Fr.) oder ein Gastroskop werden erst kurz vor der Manschettenbildung platziert. Idealerweise erfolgt die Kontrolle der korrekten Kalibrierung der Hiatoplastik und der Manschette mittels intraoperativer Endoskopie. Die Manschettenbildung kann vollständig, d. h. zirkulär oder auch partiell (180°, 270°) erfolgen. Der Eingriff wird in der Regel mit einer Hiatoplastik kombiniert werden. Cave Cave: V. gastricae breves. Cave: akzessorische A. hepatica sinistra aus A. gastrica sinistra. Maßnahmen bei speziellen Komplikationen Milzverletzung bei ungenügender Skelettierung der großen Kurvatur (Versuch der konservativen Blutstillung, sonst Splenektomie). Nachsorge Kostaufbau: Ab 1. Tag. Mobilisation: sofort. Arbeitsunfähigkeit: 1 Woche. Operationstechnik Trokarlokalisation. Eröffnung des peritonealen Überzugs. Mobilisation des terminalen Ösophagus. Skelettierung der großen Magenkurvatur. Anschlingen des Ösophagus und Hiatoplastik. Bildung dorsaler Fundusfalte. Bildung ventraler Fundusfalte. Nahtverschluss der Fundoplicatio. Fundoplicatio nach Toupet. Schritt 1: Trokarlokalisation Beste Lokalisation für die Trokare ist die halbkreisförmige Anordnung mit dem Xiphoid als Zentrum. Hier wird ganz rechts am Rippenbogen der Leberretraktor, links am Rippenbogen die Babcock-Zange zum Fassen des Magens und in der Mitte 2 Querfinger oberhalb des Nabels der Optiktrokar eingeführt. Beiderseits paramedian liegen die Arbeitskanäle für den Operateur. Verwendung finden 10er-Trokare ([ Abb. 1 ]). Abb. 1 Trokarlokalisation. Schritt 2: Eröffnung des peritonealen Überzugs Nach Einführen des Leberretraktors und kranialer Verdrängung des linken Leberlappens wird der Magen mit einer Babcock-Zange an der großen Kurvatur gefasst und vom Assistenten unter laterale Anspannung gesetzt. Über die beiden Arbeitstrokare wird links eine Schere, rechts eine stumpfe Fasszange eingeführt. Der erste Schritt ist die Spaltung des peritonealen Überzugs zur Freilegung des Ösophagus ([ Abb. 2 ]). Abb. 2 Eröffnung des peritonealen Überzugs. Schritt 3: Mobilisation des terminalen Ösophagus Nach Freilegung des Ösophagus wird dieser stumpf mit Tupfern mobilisiert und mit einem Tupfer unterfahren. Hierbei sollten die Trunci vagales und der R. Latarjet dargestellt und geschont werden ([ Abb. 3 ]). Abb. 3 Mobilisation des terminalen Ösophagus. Schritt 4: Skelettierung der großen Magenkurvatur Als Nächstes erfolgt die Skelettierung der großen Magenkurvatur auf einer Länge von 6–8 cm. Diese wird in der Regel mit der Ultraschallschere vorgenommen. Hierbei ist sorgsam darauf zu achten, dass es zu keiner Milzläsion kommt. Bei sehr mobilem Magenfundus kann auf eine Präparation dieser Gefäße verzichtet werden, allerdings sollte die große Magenkurvatur genügend beweglich sein, um eine spannungsfreie Fundoplicatio zu ermöglichen ([ Abb. 4 ]). Abb. 4 Skelettierung der großen Magenkurvatur. Schritt 5: Anschlingen des Ösophagus und Hiatoplastik Ist der Ösophagus vollständig mobilisiert, wird er stumpf unterfahren und mit einem Gummizügel oder einer flexiblen Hakensonde kranial verzogen. Dorsal stellen sich jetzt die Zwerchfellschenkel dar, die sorgsam freipräpariert und zur Naht vorbereitet werden. Unter Ziehen des Ösophagus nach kranial und lateral werden die Zwerchfellschenkel schrittweise durch Nähte vereint, die die gesamte Breite des Muskelbauches fassen. Insgesamt sollten 2–3 Nähte ausreichen, um den Hiatus ausreichend einzuengen. Die Lumenweite kann idealerweise durch intraoperative Endoskopie oder Einführen einer 40-Fr.-Sonde überprüft werden. Als Nahtmaterial verwenden wir nicht resorbierbare, geflochtene Fäden der Stärke 0 ([ Abb. 5 ]). Abb. 5 Anschlingen des Ösophagus und Hiatoplastik. Schritt 6: Bildung dorsaler Fundusfalte Nach vollständiger Hiatoplastik wird eine dorsale Fundusfalte hinter der mobilisierten Kardia hindurch gezogen. Diese Falte „reitet“ an der kleinen Kurvatur auf den Rr. hepatici, d. h. eine Vagotomie des Magens ist nicht nur überflüssig, sondern wegen der Gefahr einer späteren Dislokation der Fundusmanschette (Teleskopphänomen) auch gefährlich ([ Abb. 6 ]). Abb. 6 Bildung dorsaler Fundusfalte. Schritt 7: Bildung ventraler Fundusfalte Nach Fixierung der dorsalen Fundusfalte mit einer Babcock-Zange wird eine ventrale Fundusfalte gebildet und vor der Kardia um die terminale Speiseröhre gelegt. Sie sollte spannungsfrei sein und die Ösophaguslichtung so weit lassen, dass eine geschlossene Babcock-Zange locker zwischen Ösophaguswand und Fundusmanschette eingeführt werden kann. Intraoperativ kann die ausreichende und nicht zu weit gehende Lumeneinengung durch flexible Endoskopie kontrolliert werden ([ Abb. 7 ]). Abb. 7 Bildung ventraler Fundusfalte. Schritt 8: Nahtverschluss der Fundoplicatio Nach sicherer Platzierung beider Manschettenanteile vor der Kardia werden sie durch zwei nicht resorbierbare Nähte der Stärke 0 miteinander verbunden. Hierbei fasst die obere Naht auch die Ösophaguswand mit, um eine Dislokation der Manschette zu vermeiden. Als Knotentechnik hat sich die extrakorporale Knotentechnik mit Herunterführen des Fadens durch eine Babcock-Zange am besten bewährt ([ Abb. 8 ] a ). Bei der extrakorporalen Knotentechnik wird der Knoten extrakorporal gelegt, die Fäden werden in die Öffnung der Babcock-Zange eingeführt und der Knoten mit der Zange bis an die Fundusmanschette heruntergeschoben ([ Abb. 8 ] b ). Nun wird die geschlossene Zange über dem Knoten gespreizt, sodass die Fäden unter Zug gesetzt werden und der Knoten sich schließt. In der Regel sind 3–4 Knoten zur sicheren Fixierung der Nähte erforderlich ([ Abb. 8 ] c ). Abb. 8 Nahtverschluss der Fundoplicatio. Schritt 9: Fundoplicatio nach Toupet Partielle hintere Fundoplicatio nach Toupet. Bei eingeschränkter Ösophagusmotilität kann alternativ eine partielle Fundoplicatio nach Toupet erfolgen. Die Fundusmanschette wird ebenfalls hinter dem Ösophagus durchgeschoben und mit nicht resorbierbaren Nähten am Zwerchfellschenkel fixiert. Die Spitze des Fundus wird an der rechten Seite des Ösophagus vernäht und der distale Fundusanteil an der linken Seite des Ösophagus ([ Abb. 9 ]). Abb. 9 Fundoplicatio nach Toupet. Publication History Article published online: 09 February 2026 © 2026. Thieme. All rights reserved. Georg Thieme Verlag KG Oswald-Hesse-Straße 50, 70469 Stuttgart, Germany

Fields of Study & Subjects

Gastroesophageal reflux and treatments Minimally Invasive Surgical Techniques Esophageal Cancer Research and Treatment

Publication details

Journal / source
Allgemein- und Viszeralchirurgie up2date
Volume
20
Issue
01
Pages
11–15
Publication date
1 February 2026
Language
DE