Orale Antiseptika – Indikationen und Risiken
Abstract
All articles of this category (opens in new window) Antiseptische Mundspülungen sind feste Bestandteile zahnärztlicher Infektionsprophylaxe- und Therapiekonzepte. Der Beitrag beleuchtet ihre Anwendung in Praxis und häuslicher Mundhygiene, zeigt evidenzbasierte Indikationen auf und diskutiert Risiken wie Resistenzentwicklungen bei oralen Bakterien und Störungen des mikrobiellen Gleichgewichts im oralen Biofilm. Kernaussagen Antimikrobielle Wirkstoffe wie Chlorhexidin (CHX) und Cetylpyridiniumchlorid (CPC) gelten in der Zahnmedizin seit Jahrzehnten als Goldstandard-Antiseptika. Für ein patient*innenindividuelles Therapiekonzept kann der zeitlich begrenzte Einsatz antiseptischer Mundspüllösungen sinnvoll sein, aber nicht breitflächig, sondern risikoadaptiert im häuslichen Biofilmmanagement über wenige Wochen. Antiseptische Mundspülungen werden in Situationen empfohlen, in denen ein mechanisches Biofilmmanagement kurzfristig nicht möglich oder nicht indiziert ist. Die Anzahl lebensfähiger Bakterien im Aerosol kann durch CHX- oder CPC-haltige präprozedurale Mundspülungen signifikant reduziert werden. Die Verwendung oraler Antiseptika ist in vielen zahnmedizinischen Bereichen sinnvoll und notwendig, jedoch sollte im Hinblick auf eine mögliche Resistenzentwicklung und mögliche negative Effekte auf die Biofilmökologie sowie die mögliche Verbreitung von Resistenzgenen ihr Einsatz stets kritisch und indikationsbezogen abgewogen werden.
Fields of Study & Subjects
Oral microbiology and periodontitis research
Dental Research and COVID-19
Dental Health and Care Utilization
Publication details
- Journal / source
- Zahnmedizin up2date
- Volume
- 20
- Issue
- 01/02
- Pages
- 41–49
- Publication date
- 1 February 2026
- Language
- DE