Liberale versus restriktive Transfusionsstrategien und periodische Hypoxämie
Abstract
Bei sehr unreifen Frühgeborenen verbessern liberale Transfusionsstrategien, d. h. Transfusionen bei einem höheren Hämatokrit bzw. Hämoglobinwert, im Vergleich zu restriktiven Strategien, d. h. Transfusionen erst bei einer ausgeprägteren Anämie, das kurzfristige und neurokognitive Outcome nicht. Intermittierende Hypoxämien (IH) gehen mit einem ungünstigen Outcome einher, und Beobachtungen deuten darauf hin, dass Transfusionen die intermittierenden Hypoxämien verbessern können. Ziel der Studie war es, die Auswirkungen liberaler gegenüber restriktiver Transfusionsstrategien auf den Anteil der Zeit mit IH zu vergleichen. Fazit Liberale Transfusionsgrenzen, d. h. bereits bei höheren Schwellenwerten zu transfundieren, verbesserten die IH in den ersten 8–49 Tagen nach der Geburt nicht. Bei der Untergruppe der ELBW-Frühgeborenen, die HIs über dem Median ausgesetzt waren, gab es keinen Vorteil durch liberale Transfusionen hinsichtlich des Outcomes nach 24 Monaten. Die Autoren kommen daher zu dem Schluss, dass Bluttransfusionen nicht „liberal” erfolgen sollten, um IH-Zeiten zu reduzieren oder das neurokognitive Ergebnis bei Frühgeborenen mit überdurchschnittlicher IH-Exposition zu verbessern. Publication History Article published online: 25 February 2026 © 2026. Thieme. All rights reserved. Georg Thieme Verlag KG Oswald-Hesse-Straße 50, 70469 Stuttgart, Germany
Fields of Study & Subjects
Blood transfusion and management
Neonatal and fetal brain pathology
Neonatal Respiratory Health Research
Publication details
- Journal / source
- Neonatologie Scan
- Volume
- 15
- Issue
- 01
- Pages
- 46–46
- Publication date
- 25 February 2026
- Language
- DE