Prädiktiver Wert der Autoimmunserologie

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Authors: Thorsten Krieger
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References: 9

Abstract

Zusammenfassung Mit der indirekten Immunfluoreszenz-Technik (IFT) lassen sich zahlreiche Autoantikörper diagnostizieren. Insbesondere bei der Entdeckung neuer Autoantikörper ist die IFT häufig zunächst Methode der Wahl. Durch die Charakterisierung der zugrunde liegenden Antigene und die Entwicklung sensitiver und spezifischer Tests, z. B. mittels ELISA (Enzyme-Linked Immunosorbent Assay) oder ECLIA (Elektrochemilumineszenz-Immunoassay), verliert die IFT dann für diese Autoantikörper an Bedeutung. Ob dies auch für die zahlreichen neu entdeckten antineuronalen Antikörper zutrifft, welche aktuell mit der IFT gemessen werden, bleibt abzuwarten. Anders verhält es sich für die ANA-IFT-Diagnostik (ANA: antinukleäre Antikörper) auf der HEp2-Zelle (HEp2: Human Epithelioma Type 2). Ihre diagnostische Breite wird durch kein anderes Verfahren erreicht. Die Vergleichbarkeit der Ergebnisse ist durch eine Standardisierung und Automatisierung deutlich optimiert worden. Auch die Vereinheitlichung der Musterbeschreibung hat den Aussagewert der Ergebnisse stark verbessert. Dies erleichtert dem Kliniker die Interpretation der Ergebnisse. Eine Bestätigung des ANA-Befundes sollte, soweit möglich, durch antigenspezifische Tests erfolgen. Dies zeigt sich insbesondere beim Nachweis von DFS70-Antikörpern (DFS70: Dense Fine Speckles 70 kDa), welche gerade nicht für eine Autoimmunerkrankung sprechen, sondern protektiven Charakter haben. Ohne diese Differenzierung wird bei den betreffenden Patienten schnell eine Fehldiagnose gestellt. Die Komplexität des ANA-Befundes verlangt dem anfordernden Arzt einige Erfahrung ab. Dies betrifft nicht nur die Interpretation der Ergebnisse, sondern auch die Auswahl der Patienten, bei denen die Diagnostik durchgeführt wird. Gerade bei einer niedrigen Prätestwahrscheinlichkeit auf eine systemische Autoimmunerkrankung ist ein Kollagenose-Screen mit gepoolten spezifischen Antigenen eine gute Alternative. Für den geschulten Rheumatologen, der mit der Interpretation der ANA-Befunde vertraut ist, bleibt der ANA-IFT-Test der Goldstandard in der Rheumatologie, auf den nicht verzichtet werden sollte.

Fields of Study & Subjects

Autoimmune Neurological Disorders and Treatments Immunotherapy and Immune Responses Systemic Lupus Erythematosus Research

Publication details

Journal / source
Arthritis und Rheuma
Publisher
Georg Thieme Verlag KG
Volume
46
Issue
02
Pages
106–111
Publication date
1 April 2026
Language
DE