Burnout im Gesundheitswesen nach der Pandemie

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Authors: Gabriele Ellsäßer, Ulrike Manz
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Abstract

Die COVID-19-Pandemie hat die psychische Belastung im Gesundheitswesen stark verschärft und bereits bestehende strukturelle Defizite sichtbar gemacht. Pflegekräfte, Ärzt:innen und therapeutische Fachpersonen waren über einen langen Zeitraum mit Überlastung, moralischen Konflikten, Infektionsängsten sowie mangelnder psychosozialer Unterstützung konfrontiert. Internationale Studien dokumentieren deutliche Anstiege von Burnout-Symptomen, insbesondere in hochbelasteten Bereichen wie Intensivstationen, Notaufnahmen oder Pflegeeinrichtungen [ 1 ] [ 2 ]. Viele dieser Belastungen reichen über die akute Pandemiesituation hinaus und wirken noch heute nach. Burnout wird von der WHO als arbeitsbezogenes Phänomen beschrieben, das aus chronischem Stress entsteht und sich in emotionaler Erschöpfung, zunehmender Distanzierung vom Beruf und reduzierter Leistungsfähigkeit äußert [ 3 ]. Trotz hoher Prävalenz bleibt der Umgang mit psychischen Belastungen im Gesundheitswesen vielfach tabuisiert. Mitarbeitende zögern, Unterstützung in Anspruch zu nehmen, da sie negative berufliche Folgen oder Stigmatisierung befürchten [ 4 ]. Dieses kulturelle Schweigen verstärkt die individuellen Belastungen und erschwert wirksame Prävention. Der Artikel identifiziert zwei zentrale Faktoren zur Reduktion von Burnout: Psychoedukation und Entstigmatisierung . Psychoedukation stärkt mentale Gesundheitskompetenz, fördert Selbstreflexion und ermöglicht eine frühzeitige Erkennung belastender Symptome. Studien zeigen, dass entsprechende Interventionen Wissen, Selbstwirksamkeit und Bereitschaft zur Hilfesuche signifikant verbessern [ 5 ]. Entstigmatisierende Maßnahmen setzen hingegen an der Organisationskultur an: Sie bauen Barrieren ab, normalisieren Gespräche über psychische Gesundheit und schaffen einen Rahmen, in dem Belastungen offen angesprochen werden können. Daten aus dem deutschsprachigen Raum verdeutlichen, dass Burnout-Symptome auch nach der Pandemie weiter erhöht bleiben. Pflegekräfte und ärztliches Personal berichten anhaltende Erschöpfung, Schlafstörungen und ein Gefühl permanenter Überforderung. Gleichzeitig fehlen vielerorts flächendeckend implementierte Präventionsstrukturen. Dabei zeigen internationale Programme, dass systemisch verankerte Maßnahmen – wie verpflichtende Schulungen, Supervision, Peer-Support und niederschwellige Beratungsangebote – wirksam zur Entlastung beitragen können. Nachhaltige Burnout-Prävention erfordert daher ein Zusammenspiel aus individueller Kompetenzstärkung, organisationaler Verantwortung und politischer Rahmensetzung, um langfristig sowohl die psychische Gesundheit der Beschäftigten als auch die Qualität der Versorgung zu sichern. Publication History Article published online: 09 February 2026 © 2026. Thieme. All rights reserved. Georg Thieme Verlag KG Oswald-Hesse-Straße 50, 70469 Stuttgart, Germany

Fields of Study & Subjects

Healthcare professionals’ stress and burnout Occupational Health and Burnout COVID-19 and Mental Health

Publication details

Journal / source
Das Gesundheitswesen
Volume
88
Issue
02
Pages
66–66
Publication date
1 February 2026
Language
DE