Körpertemperatur – was ist normal, was ist Fieber, wem nützt es?
Abstract
Summary Die durchschnittliche Körperkerntemperatur gesunder Menschen in westlichen Ländern ist in den letzten etwa 150 Jahren messbar gesunken, vermutlich bedingt durch verbesserten Gesundheitszustand, weniger chronische Infektionen und veränderte Umweltbedingungen. Sie unterliegt zirkadianen Schwankungen und hängt stark vom Messort ab; heute gilt die tympanische Messung als praktikabler Standard. Historisch spielte Fieber sowohl als natürliches Phänomen als auch als gezielte Therapie (z.?B. Malariatherapie, Coley-Toxine) eine große Rolle, insbesondere in Neurologie und Onkologie. Trotz einzelner Erfolge konnte sich die Fiebertherapie nicht dauerhaft etablieren; viele Pyrogene verschwanden in den 1990er-Jahren vom Markt. Moderne Immuntherapien (z.?B. BCG, Onkolyse-Viren, Checkpoint-Inhibitoren) zeigen indirekt erneut Zusammenhänge zwischen Immunaktivierung, Fieber und Tumorkontrolle, u.?a. durch Beobachtungen nach SARS-CoV-2-Erkrankung oder -Impfung. In Intensivmedizin und Onkologie bleibt der optimale Umgang mit Fieber umstritten. Die Abgrenzung zwischen endogenem Fieber und exogener Hyperthermie ist biologisch relevant, aber noch unzureichend verstanden. Insgesamt besteht weiterhin erheblicher Forschungsbedarf, wann Fieber gefördert, toleriert oder gesenkt werden sollte.
Fields of Study & Subjects
Thermal Regulation in Medicine
Thermoregulation and physiological responses
Ultrasound and Hyperthermia Applications
Publication details
- Journal / source
- Zeitschrift für Komplementärmedizin
- Volume
- 18
- Issue
- 01
- Pages
- 59–65
- Publication date
- 1 February 2026
- Language
- DE