Körpertemperatur – was ist normal, was ist Fieber, wem nützt es?

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Authors: Rainer Stange
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Abstract

Summary Die durchschnittliche Körperkerntemperatur gesunder Menschen in westlichen Ländern ist in den letzten etwa 150 Jahren messbar gesunken, vermutlich bedingt durch verbesserten Gesundheitszustand, weniger chronische Infektionen und veränderte Umweltbedingungen. Sie unterliegt zirkadianen Schwankungen und hängt stark vom Messort ab; heute gilt die tympanische Messung als praktikabler Standard. Historisch spielte Fieber sowohl als natürliches Phänomen als auch als gezielte Therapie (z.?B. Malariatherapie, Coley-Toxine) eine große Rolle, insbesondere in Neurologie und Onkologie. Trotz einzelner Erfolge konnte sich die Fiebertherapie nicht dauerhaft etablieren; viele Pyrogene verschwanden in den 1990er-Jahren vom Markt. Moderne Immuntherapien (z.?B. BCG, Onkolyse-Viren, Checkpoint-Inhibitoren) zeigen indirekt erneut Zusammenhänge zwischen Immunaktivierung, Fieber und Tumorkontrolle, u.?a. durch Beobachtungen nach SARS-CoV-2-Erkrankung oder -Impfung. In Intensivmedizin und Onkologie bleibt der optimale Umgang mit Fieber umstritten. Die Abgrenzung zwischen endogenem Fieber und exogener Hyperthermie ist biologisch relevant, aber noch unzureichend verstanden. Insgesamt besteht weiterhin erheblicher Forschungsbedarf, wann Fieber gefördert, toleriert oder gesenkt werden sollte.

Fields of Study & Subjects

Thermal Regulation in Medicine Thermoregulation and physiological responses Ultrasound and Hyperthermia Applications

Publication details

Journal / source
Zeitschrift für Komplementärmedizin
Volume
18
Issue
01
Pages
59–65
Publication date
1 February 2026
Language
DE