Kommentar zu: Vollblut nach Trauma: Wer profitiert?

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Authors: Marcus Rudolph
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Abstract

Comment on: Vollblut nach Trauma: Wer profitiert? Transfusionsmedizin 2026; 16(01): 7-7 DOI: 10.1055/a-2749-0841 10.1055/a-2749-0841 Die Notfall-Transfusion bei vitaler Indikation ist Routine in der Versorgung von Schwerverletzten. In Deutschland ist die Therapie mit Blutkomponenten (Erythrozytenkonzentraten, Plasma und Thrombozytenkonzentraten) aktuell die einzige Alternative. Seit einigen Jahren kommt hauptsächlich in den USA, aber auch in Norwegen und Finnland niedrig-titriges Vollblut der Blutgruppe 0 zum Einsatz [ 1 ]. Der Einsatz erfolgte zunächst im militärischen Setting und wird nun auch zunehmend im zivilen Bereich sowohl in Notaufnahmen wie auch an der Unfallstelle durchgeführt. Die vorliegende Studie von Torres et al. [ 2 ] analysiert nun erwachsene Patienten im hämorrhagischen Schock, die in US-amerikanischen und kanadischen Traumazentren behandelt wurden und in den ersten 4 Stunden nach Ankunft in einer Notaufnahme entweder Vollblut oder eine Therapie mit Blutkomponenten erhalten haben. In diesem Kollektiv konnte eine Reduktion der 24h-Mortalität bei Vollbluttherapie nachgewiesen werden. Diese Arbeit unterstützt somit die frühe Applikation von Vollblut im hämorrhagischen Schock, hier definiert durch eine manifeste Hypotension. Eine Erklärung für das bessere Outcome könnte der verminderte Zeitbedarf bis zum Therapiestart sein, die Transfusion von Vollblut ist schneller und mit weniger Arbeitsaufwand verbunden als eine Komponententherapie, die Verzögerungen nach sich zieht, z. B. Auftauen von FFPs oder Auflösen von lyophilisiertem Plasma. Somit erscheint speziell für die sehr zeitkritischen Patienten im profunden Schock oder in einer Peri-Arrest-Situation die Gabe von Vollblut schnell und zielführend, speziell bei wenig verfügbarem Personal (z. B. prähospital). Bis zur Umsetzbarkeit in Deutschland sollten noch einige Hürden überwunden werden, einerseits sollte die Sicherheit einer Vollbluttherapie bei Frauen im gebärfähigen Alter intensiver analysiert werden, weiterhin müssen die Blutbanken ertüchtigt werden Vollblut herzustellen, was aktuell nicht möglich ist. Aus meiner Perspektive stellt die Therapie mit Vollblut eine attraktive Option bei zeitkritischen Patienten im schwersten hämorrhagischen Schock dar. Hier sollte die Möglichkeit geschaffen werden, auch in Deutschland im militärischen Kontext wie auch in ausgewählten zivilen Systemen Vollblut transfundieren zu können. Publication History Article published online: 13 February 2026 © 2026. Thieme. All rights reserved. Georg Thieme Verlag KG Oswald-Hesse-Straße 50, 70469 Stuttgart, Germany

Fields of Study & Subjects

Trauma Hemostasis Coagulopathy Resuscitation Blood transfusion and management Trauma and Emergency Care Studies

Publication details

Journal / source
Transfusionsmedizin
Volume
16
Issue
01
Pages
7–8
Publication date
1 February 2026
Language
DE