Kommentar zu „Luftkontamination bei der Versorgung großflächiger Verbrennungswunden“

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Authors: Sebastian Schulz-Stübner
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Abstract

All articles of this category (opens in new window) 10.1055/a-2781-4977 Diese Studie untersuchte das Vorhandensein mikrobiologischer Organismen auf der Haut von Patienten und in der Umgebungsluft, wobei der Schwerpunkt auf den Auswirkungen des Entfernens von Verbänden und Hautpflegeverfahren bei einem schwerstverbrannten Patienten lag. Während dieser Maßnahmen wurden HSV-1-Nukleinsäuren in der Luft nachgewiesen, wobei am Tag 1 im Vergleich zu Tag 3 eine höhere Viruslast beobachtet wurde. Am Tag 2 wurde kein HSV-1 in der Luft nachgewiesen, wenn die Verbände nicht entfernt wurden. Ähnliche Muster wurden für das Merkelzell-Polyomavirus, Bakterien wie Enterococcus und Micrococcales sowie für Antibiotikaresistenz-Gene beobachtet. Diese Beobachtungen legen den Schluss nahe, dass es bei den beschriebenen pflegerisch-therapeutischen Maßnahmen (großflächiger Verbandwechsel und Wundversorgung) zur Freisetzung von Mikroorganismen in die Luft kommen kann und liefern eine zusätzliche Begründung, für die Maßnahmen der Basishygiene bei derartigen Maßnahmen in Form von persönlicher Schutzausrüstung (Kittel, Handschuhe, Mund-Nasen-Schutz), zumal die Beobachtungen in einem Raum mit Laminar-Airflow-Belüftung stattfanden. Diese Tatsache schränkt die Übertragbarkeit der Ergebnisse auf normale klinische Bereiche stark ein. Durch die verwendete Lüftungstechnik ist auch ein Konzentrationseffekt in der Nähe der Abluftöffnungen, an denen gemessen wurde, denkbar. Das Sedimentationsverhalten bei anderen Lüftungstechniken (insbesondere regulärer Fensterlüftung) wäre von Interesse, um die Bedeutung derartiger Befunde für die potenzielle Ausbreitung von Erregern abschätzen zu können. Insofern ist der „proof-of concept”-Gedanke interessant, um uns zukünftig vielleicht in die Lage zu versetzen, einen „Normalbereich“ von Mikroorganismen in der Luft von einem „Gefahrenbereich“ zu unterscheiden. Dies würde eine gezieltere Ableitung von Schutzmaßnahmen sowohl technischer Art (z.B. Lüftungstechnik) als auch persönlicher Art (z.B. Maskentyp) erlauben, setzt aber voraus, dass die metagenomischen Befunde mit dem Risiko der Übertragung auf andere Personen und dem tatsächlichen Auftreten von Infektionsereignissen korreliert werden, was eine enorme logistische Herausforderung hinsichtlich des Studiendesigns bedeutet. Erste Ansätze in dieser Richtung könnten im Rahmen von Ausbruchuntersuchungen erfolgen, bei denen Whole Genome Sequencing eingesetzt wird [ 1 ] und eine große Anzahl von Beobachtungen einzelner Maßnahmen durchgeführt wird [ 2 ]. Publication History Article published online: 27 February 2026 © 2026. Thieme. All rights reserved. Georg Thieme Verlag KG Oswald-Hesse-Straße 50, 70469 Stuttgart, Germany

Fields of Study & Subjects

Infection Control in Healthcare Infection Control and Ventilation Nosocomial Infections in ICU

Publication details

Journal / source
Krankenhaushygiene up2date
Volume
21
Issue
01
Pages
6–6
Publication date
27 February 2026
Language
DE