Präventionsstellen in Bayern

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Authors: Islem Ganzoui
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Abstract

Zusammenfassung Schwere Gewalttaten durch Menschen mit psychischen Erkrankungen sind selten, lösen nach spektakulären Einzelfällen jedoch regelmäßig Debatten über Versäumnisse der Versorgung, Grenzen der Risikoerkennung und Möglichkeiten präventiver Interventionen aus. Epidemiologische Studien zeigen, dass die überwiegende Mehrheit psychisch erkrankter Menschen niemals gewalttätig wird und ein erhöhtes Risiko vor allem bei unbehandelter Psychose, komorbidem Substanzkonsum, früheren Gewalttaten und sozialer Desintegration besteht. Zwischen Allgemeinpsychiatrie und Maßregelvollzug nach § 63 StGB besteht für eine kleine Gruppe von Patientinnen und Patienten mit schweren psychischen Erkrankungen und erhöhtem Gewaltrisiko eine strukturelle Versorgungslücke. In Bayern wurden Präventionsstellen eingerichtet, die strukturierte Risikodiagnostik, multiprofessionelle Behandlung, aufsuchende Arbeit und intensive Netzwerkarbeit verbinden. Am Beispiel der kbo-Präventionsstelle München und der Erfahrungen aus Ansbach wird dargestellt, wie dynamische Risikofaktoren früh erkannt und gezielt adressiert werden können. Erste Erfahrungen sprechen dafür, dass frühe, freiwillige und beziehungsorientierte Angebote Eskalationen reduzieren und forensische Unterbringungen potenziell vermeiden können.

Fields of Study & Subjects

Psychopathy Forensic Psychiatry Sexual Offending Psychiatric care and mental health services Healthcare Decision-Making and Restraints

Publication details

Journal / source
Nervenheilkunde
Publisher
Georg Thieme Verlag KG
Volume
45
Issue
07/08
Pages
458–462
Publication date
1 July 2026
Language
DE