Post-COVID und Immunsystem – Untersuchung von Serum- und Zelloberflächenmarkern
Abstract
Das „Post-COVID-Syndrom“ (PCS) ist ein heterogenes Krankheitsbild, das nach einer COVID-19-Erkrankung auftreten kann. In einer Längsschnittstudie haben wir zelluläre und lösliche Biomarker bei Beschäftigten im Gesundheitswesen mit als BK 3101 anerkannter COVID-19 Infektion und persistierenden Beschwerden untersucht. Anhand eines Fragebogens erfolgte bei den Studienteilnehmenden ein Symptomcheck. Von den 71 Teilnehmenden bei Studienbeginn (U1) konnten 45 nach 6 (U2) und 12 Monaten (U3) erneut untersucht werden. Im Serum bestimmten wir Serum Amyloid A (SAA), C-Reaktives Protein (CRP), Cortisol, Serotonin, Club Cell Protein (CC16) sowie 13 neuroinflammatorische Zytokine (NIF). Die Ergebnisse verglichen wir mit denen von COVID-19-Genesenen ohne anhaltende Beschwerden (n=52) und von Personen ohne SARS-CoV-2 Kontakt (n=34). Darüber hinaus wurde das Vollblut der PCS-Betroffenen spezifisch mit SARS-CoV-2-Peptiden stimuliert, um anschließend mittels Durchflusszytometrie Oberflächenmarker zu analysieren. Die SAA-Spiegel im Serum der PCS-Probanden waren signifikant höher als in beiden Kontrollgruppen. Anhand des Medians der SAA-Konzentration wurden die PCS-Proben in zwei Gruppen eingeteilt (low/high). Die PCS-SAAhigh-Gruppe wies einen signifikant höheren BMI, mehr Neutrophile im Blut, höhere CRP-Werte, und mehr Symptome auf. In der multivariaten Analyse unterschieden sich diese von der SAAlow-Gruppe insbesondere hinsichtlich der Marker VEGF, sTREM1 und sTREM-2. Im Verlauf der Studie nahm die Anzahl der Symptome ab, vor allem in der SAAlow-Gruppe, während gleichzeitig die Serumwerte von 11 der 13 NIF anstiegen. Auch auf zellulärer Ebene zeigten sich Unterschiede: Nach unspezifischer Mitogen-Stimulation des Vollbluts waren in der SAAhigh-Gruppe mehr TEMRA Zellen nachweisbar. Die Expression des Aktivierungsmarkers CD25 auf CD4+Zellen erhöhte sich durch Stimulation mit SARS-CoV-2-Peptiden signifikant, wobei dieser Effekt in der SAAlow-Gruppe stärker ausgeprägt war. Zusammenfassend lassen sich PCS-Betroffene anhand verschiedener Serummarker von Genesenen und Nie-Erkrankten differenzieren. Zudem ist eine Einteilung in Subgruppen anhand des Entzündungsmarkers SAA möglich, die sich sowohl hinsichtlich der Häufigkeit der Symptome als auch auf Zellebene unterscheiden. Publication History Article published online: 04 March 2026 © 2026. Thieme. All rights reserved. Georg Thieme Verlag KG Oswald-Hesse-Straße 50, 70469 Stuttgart, Germany
Fields of Study & Subjects
Long-Term Effects of COVID-19
COVID-19 Clinical Research Studies
SARS-CoV-2 and COVID-19 Research
Publication details
- Journal / source
- Pneumologie
- Volume
- 80
- Publication date
- 1 March 2026
- Language
- DE