Hereditäre Alpha Tryptasämie: klinische Merkmale und Besonderheiten der Therapie am Beispiel von 4 Asthma Patienten
Abstract
Einleitung: Die Erfahrungen mit der 2016 beschriebenen Hereditären Alpha Tryptasämie, HaT sind limitiert. Es ist eine autosomal dominante Erkrankung, welche mit erhöhter Kopienzahl von TPSAB1 Gens (kodiert für die α-Isoform der Tryptase) einhergeht. Diese Mutation ist assoziiert mit gesteigerter Bereitschaft einer Mastzellaktivierung. Die Prävalenz der HaT liegt bei 6%. Klinisch werden wiederkehrende heterogene Symptome angegeben, die sich über verschiedene Organsysteme erstrecken: Haut (Juckreiz, Urtikaria, Flush), gastrointenstinal (Bauchschmerzen, -Krämpfe, Diarrhoe), kardiovaskulär (Hypotonie, Tachykardie), respiratorische Beschwerden (Husten, Asthmaanfälle), muskuloskeletal (Arthralgien, Myalgien), systemische (Anaphylaxie, Fatigue). Asymptomatische Verläufe sind in 1/3 der Fälle möglich. Eine Therapie mit Leukotrienrezeptor-Antagonisten sowie H1-/H2-Antihistaminika führt zu einer Symptomverbesserung in bis 85% der Fälle. Eine Therapie mit Omalizumab ist nicht immer erfolgreich (bei Urticaria bis 100%, Anaphylaxie 80%, Juckreiz/Bauchschmerzen/Flush 50%; Asthma 60%). Methoden: Es wird eine retrospektive Fallbeschreibung dargestellt. Ergebnisse: bei 4 Patienten mit Asthma wurde genetisch eine HaT gesichert. Anamnestisch war konsequent ein sehr gutes Ansprechen der Beschwerden auf systemische Steroide (in 4/4 Fällen) auffällig. Bei einem Patienten war die Behandlung mit anti-IL5 und TSLP im Vorfeld erfolglos. Die Kombinationstherapie aus Montelukast/ Antihistaminika/ führte zu einer relevanten klinischen Besserung (Reduktion der Symptomlast um 50-100%). Alle Patienten fühlten sich durch die Bestätigung der Diagnose „entlastet“, da eine Erklärung für ihre Symptome gefunden wurde. Diskussion: Diese Fallserie unterstreicht den Stellenwert der genetischen Diagnostik bei klinischem Verdacht auf HaT. Im Falle einer Bestätigung der Verdachtsdiagnose kann eine off-label-use Therapie mit Montelukast und H1-/H2-Antihistaminika angeboten werden. Ein genetischer Befund kann helfen, die Symptome besser zu verstehen und erhöht ihre Akzeptanz. Für (Asthma-) Patienten mit klinischem Hinweis auf Mastzellmediatoren vermittelte Symptome und erhöhter basaler Mastzelltryptase (Normwert
Fields of Study & Subjects
Mast cells and histamine
Asthma and respiratory diseases
Immunodeficiency and Autoimmune Disorders
Publication details
- Journal / source
- Pneumologie
- Volume
- 80
- Publication date
- 1 March 2026
- Language
- DE