Therapieerfolg mit Nebenwirkung: Eosinophilie unter Dupilumab-Therapie bei COPD
Abstract
Einleitung Dupilumab ist seit 06/2024 zur Behandlung der COPD bei Patienten mit häufigen Exazerbationen und dem Nachweis einer Typ 2-Entzündung zugelassen. Bei Asthma-Patienten sind unter Dupilumab seltene Fälle einer eosinophilen Pneumonie oder sogar EGPA beschrieben. Methodik Wir berichten von einem 81-jährigen Patienten mit einer COPD Gold II/E, bei dem eine Therapie mit Dupilumab, bei 2 mittelschweren Exazerbationen in den letzten 12 Monaten und mehrfachem Nachweis einer relevanten Bluteosinophilie (510/µl), eingeleitet wurde. Ergebnisse Der Patient berichtete bereits kurz nach Therapiebeginn von einem subjektiven Benefit mit einer Steigerung der Belastbarkeit. Klinisch fiel eine Normalisierung des FeNO, des IgE und eine signifikante lungenfunktionelle Besserung (Baseline: FEV1 53%, nach 3 Monaten: FEV1 73%) auf. 2 Monate nach Einleitung der Therapie wurde der Patient extern mit dem Verdacht auf eine Pneumonie stationär aufgenommen und antiinfektiv behandelt. 3 Monate nach Therapiestart fiel im Röntgen Thorax eine neue Konsolidierung im rechten Oberfeld auf, die zunächst als postentzündlich gewertet wurde. Wenig später wurde der Patient extern erneut stationär bei V.a. Pneumonie antibiotisch behandelt. Im Rahmen der Wiedervorstellung in unserem Zentrum fielen zunehmende bipulmonale Konsolidierungen in der CT auf. Im Blut imponierte eine zunehmende Eosinophilie (1120/µl). Klinisch berichtete der Patientin weiterhin von einer deutlichen Besserung der Beschwerden unter Dupilumab ohne aktuelle Krankheitssymptome. Differentialdiagnostisch wurden erneut postpneumonische Veränderungen DD aber auch eine eosinophile Pneumonie diskutiert, sodass wir die Dupilumab Therapie pausierten. Bei klinischer Stabilität verzichtete wir auf eine Bronchoskopie und sofortigen Steroidstoß und initiierten eine kurzfristige Verlaufskontrolle, welche noch aussteht. Schlussfolgerung Regelmäßige Verlaufskontrollen unter Dupilumab-Therapie sind obligat, um seltene, jedoch potenziell schwere Nebenwirkungen frühzeitig zu erkennen. Die Differenzierung von COPD Exazerbation, Pneumonie und eosinophiler Pneumonie kann herausfordernd sein. Publication History Article published online: 04 March 2026 © 2026. Thieme. All rights reserved. Georg Thieme Verlag KG Oswald-Hesse-Straße 50, 70469 Stuttgart, Germany
Fields of Study & Subjects
Chronic Obstructive Pulmonary Disease (COPD) Research
Asthma and respiratory diseases
Eosinophilic Disorders and Syndromes
Publication details
- Journal / source
- Pneumologie
- Volume
- 80
- Publication date
- 1 March 2026
- Language
- DE