Ergebnisse der Pilotphase der Mesotheliom-Früherkennung „EVA-Mesothel”

View at publisher
Authors: Ingolf Hosbach, Martin Metzenmacher, Dirk Taeger, Georg Johnen, Daniel Gilbert Weber, Thorsten Wiethege, Christian Eisenhawer, Nina Kaiser, T Brüning, Fabian Doerr, Natalie Baldes, Servet Bölükbas
Cited by: 0

Abstract

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung koordiniert das Erweiterte Vorsorge-Angebot zur Früherkennung von Mesotheliomen (“EVA-Mesothel”) bei Patientinnen und Patienten mit einer anerkannten BK-Nr. 4103 (Asbest-bedingte Lungen- und/oder Pleuraveränderungen). EVA-Mesothel beinhaltet jährliche Bestimmungen der Biomarker Mesothelin und Calretinin, die in der MoMar-Studie (Johnen et al., Sci Rep 2018) validiert wurden. Die Pilotphase von EVA-Mesothel startete im April 2023. Personen mit anerkannter BK-Nr. 4103 wurden nach Einverständnis und Anamnese körperlich und spirometrisch untersucht sowie eine Blutentnahme durchgeführt, um Mesothelin mittels CLIA bzw. Calretinin mittels ELISA zu bestimmen. Bei auffälligem Biomarker-Befund wurde Cystatin C zum Ausschluss eines schwereren Nierenschadens (Cystatin C≥1,7 mg/L) als Störfaktor bestimmt. Personen mit einem auffälligem Biomarkerbefund wurden an eine zertifizierte Mesotheliomeinheit überwiesen. In 24 Monaten wurden 863 Personen eingeladen, von denen 432 der Teilnahme an EVA-Mesothel zustimmten. Über 26 Monate wurden 706 Blutentnahmen durchgeführt. Erhöhte Werte bei mindestens einem der Biomarker wurden in 31 Fällen ohne Störfaktoren gefunden. Neun Personen haben eine Video-assistierte Thorakoskopie abgelehnt und werden weiter überwacht. 15 Personen wurden bei unauffälliger Mesotheliom-Abklärung mit Biomarkerbestimmung erneut bereits nach 3 Monaten untersucht, ohne dass unter diesen ein Mesotheliom gefunden wurde. Drei Mesotheliome wurden mittels primär auffälligem Biomarkerbefund diagnostiziert: T2N0M0 sarkomatoid, T2N0M0 biphasisch und T4N1M1 (BRA) biphasisch. Die T2-Patienten werden mit Nivolumab+Ipilimumab behandelt. Der T4-Patient als vermutlich prävalenter Fall verstarb kurz nach der Diagnosestellung. Die Zahl der drei diagnostizierten Mesotheliome ist 5-fach höher als gemäß der MoMar-Kohorte zu erwarten war, da zu Beginn einer Früherkennung prävalente Fälle auftreten. Die Anzahl der falsch-positiven Tests entsprach bei strenger Temperaturkontrolle beim Calretinin-Assay und unter Berücksichtigung des Störfaktors den Ergebnissen der MoMar-Studie. Die Daten der EVA-Mesothel-Pilotphase entsprachen den Annahmen aus der MoMar-Längsschnitt-Studie. EVA-Mesothel wird ab Herbst 2025 bundesweit sukzessive angeboten. Publication History Article published online: 04 March 2026 © 2026. Thieme. All rights reserved. Georg Thieme Verlag KG Oswald-Hesse-Straße 50, 70469 Stuttgart, Germany

Fields of Study & Subjects

Occupational and environmental lung diseases Intraperitoneal and Appendiceal Malignancies Occupational Health and Safety in Workplaces

Publication details

Journal / source
Pneumologie
Volume
80
Publication date
1 March 2026
Language
DE