Rekanalisation einer Trachealstenose bei Z.n. Pneumonektomie in flexibler Technik

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Authors: Florian Schimmele, Michael Böckeler
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Abstract

Ein 71-jähriger Patient stellte sich mit dysphagischen Beschwerden in der Notaufmahme vor. Diese hatten sich nach einer Lungenoperation im Vorjahr verschlechtert . Vorangegangen waren mehrere Karzinomerkrankungen, unter anderem ein nichtkleinzelliges Karzinom der Lunge, Erstdiagnose. Das Karzinom wurde durch eine Pneumektomie rechts kurativ behandelt. 3 Jahre zuvor war ein Papillom der Luftröhre bei Carcinoma in situ reseziert worden. Bei dem Patienten wurde damals eine Infektion mit dem Humanen Papillomavirus (HPV) nachgewiesen. Während der klinischen Untersuchung fiel neben der geschilderten Dysphagie ein inspiratorischer Stridor auf. In der Schnittbildgebung zeigten sich nun mehrere stenosierende Raumforderungen im Bereich der Trachea. Es erfolgte eine flexible Bronchoskopie in tiefer Sedierung. Zur Sicherung der Atemwege erfolgt eine Intubation mit einem flexiblen 8,5 Spiraltubus, ohne Anästhesieteam. Nach problemloser Intubation ergab sich dann ein sehr ausgeprägter Befund mit mehreren exophytisch wachsenden Tumoren. Auch mit einem dünnen Stenosegerät (4 mm Außendurchmesser) war kein Vorankommen durch die Stenose möglich. Der erste Versuch das Gewebe mit einer endoskopischen Schlinge (15 mm) abtragen zu können scheiterte. Es erfolgte daher eine schrittweise Gewebeabtragung mit der Kryosonde (1,7 mm, Erbe). Bei anfänglichen Blutungen gingen wir rasch dazu über, ähnlich wie bei einer Polypektomie im Magen-Darm-Trakt mit einer entsprechenden Nadel Adrenalin (verdünnt auf 1:10.000) in das raumfordernde Gewebe zu injizieren. Im Anschluss konnten die denaturierten Tumorbestandteile dann mit Hilfe der Kryosonde entfernt werden. Bei kleineren Nachblutungen konnte mithilfe der APC eine Blutstillung erzielt werden. Nach Beendigung der Tumorextraktion durch die Kryosonde erfolgte eine Kryotherapie zur Devitalisierung des verbliebenen Tumorgewebes. Im Verlauf kam es durch die Gewebeabtragung zu einer deutlichen Rekanalisation, sodass mit einem Standardgerät die linke Lungenhälfte wieder eingesehen werden konnte. Die eingesetzte Technik demonstriert sehr gut, wie in flexibler Technik mit der Kryosonde ausgeprägte raumfordernde Prozesse der Trachea gegenüber einer starren Technik sehr ressourcenschonend und patientenorientiert abgetragen werden können. Abb. 1 Publication History Article published online: 04 March 2026 © 2026. Thieme. All rights reserved. Georg Thieme Verlag KG Oswald-Hesse-Straße 50, 70469 Stuttgart, Germany

Fields of Study & Subjects

Tracheal and airway disorders Airway Management and Intubation Techniques Esophageal and GI Pathology

Publication details

Journal / source
Pneumologie
Volume
80
Publication date
1 March 2026
Language
DE