SMART-basiertes Heimtraining in Kombination mit Lungensport: prospektive Ergebnisse bei COPD

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Authors: S König, A Hoheisel, S Buchwald, I John, M Weber, Dorit Schimandl, Daiana Stolz, B. Trümper
Cited by: 0

Abstract

Hintergrund: Trotz evidenzbasierter Wirksamkeit meiden viele Menschen mit COPD körperliche Aktivität aus Angst vor Dyspnoe und Dekonditionierung [1]. Ziel war die Entwicklung, Umsetzung und prospektive Evaluation eines strukturierten Heimtrainings als Ergänzung zum Lungensport, als Hilfestellung für Betroffene und zum Nachweis der Notwendigkeit regelmäßigen Trainings bei COPD. Methoden: Prospektive Beobachtungsanalyse mit 20 Teilnehmenden aus ambulanten Lungensportgruppen (ANAT e.V.; 45% männlich; Alter 70,1 Jahre; BMI 29,3 kg/m²). Das Programm umfasste wöchentlichen Lungensport plus 3×/Woche häusliches Training (5 standardisierte Programme, SMART-Ziele, atemerleichternde Techniken). Vor Beginn und nach 12 Wochen wurden 1-min-Sit-to-Stand-Tests (STST) mit Peak-Flow (vor/nach STST), SpO₂ und Dyspnoe (Borg-Skala) erhoben; subjektive Trainingseffekte mittels Fragebogen erfasst. Analyse deskriptiv und nach mMRC 0–2 vs. 3–4. Ergebnisse: Nach 12 Wochen zeigte sich eine Ökonomisierung der Atemstromstärke: Das Peak-Flow-Δ (Differenz vor vs. nach STST) war reduziert, der Peak-Flow nach STST näherte sich dem Ruhewert an („Schwellen-Angleichung“). 65% berichteten geringere Dyspnoe bei höherer Wiederholungszahl im STST; Peak-Flow- und Dyspnoe-Schwelle korrelierten. Für SpO₂ ergaben sich geringe, nicht konsistente Veränderungen. Subjektiv gaben 80% mehr Lebensfreude an, 75% spürten verbesserte Kraft/Mobilität und gesteigerte Lebensqualität, 70% berichteten alltagsrelevante Zuwächse (längere Gehstrecken, bessere Belastbarkeit). Schlussfolgerung: Ein strukturiertes, SMART-basiertes Heimtraining zusätzlich zum Lungensport ist im ambulanten Setting praktikabel, ressourcenschonend und mit messbarer Verbesserung funktioneller Parameter (Peak-Flow-Ökonomisierung, Verschiebung der Dyspnoe-Schwelle) sowie alltagsrelevanter Outcomes assoziiert. Die Ergebnisse stützen Training als zentrale Therapie-Säule bei COPD und sprechen für die Implementierung in die Nachsorge pneumologischer Rehabilitation oder als Unterstützung bei fehlenden Kapazitäten; zur Kausalattribuierung sind größere, kontrollierte Studien erforderlich. Wir danken der Allergie-, Neurodermitis- und Asthmahilfe Thüringen (ANAT) e.V./Kornelia Holzapfel für die Unterstützung. SK und AH haben gleichermaßen beigetragen. Publication History Article published online: 04 March 2026 © 2026. Thieme. All rights reserved. Georg Thieme Verlag KG Oswald-Hesse-Straße 50, 70469 Stuttgart, Germany

Fields of Study & Subjects

Chronic Obstructive Pulmonary Disease (COPD) Research Cardiovascular and exercise physiology Asthma and respiratory diseases

Publication details

Journal / source
Pneumologie
Volume
80
Publication date
1 March 2026
Language
DE