Tb to go: Seropneumothorax bei Tuberkulose nach VATS

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Authors: M Boes, Andreas Schlesinger, M S Hackelöer, J Schröder, Michael Buhr
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Abstract

Einleitung: M. tuberculosis ist der häufigste Erreger der Tuberkulose beim Menschen. Diese betrifft als eine der weltweit häufigsten Infektionserkrankungen und Todesursachen in ca. 70% die Lunge, aber auch extrapulmonale Manifestationen sind möglich. Unser Fall zeigt eine Mykobakterium tuberculosis-Infektion der Lunge und Pleura mit Seropneumothorax nach einer VATS, welche in unserer infektiologischen Abteilung und unserem ASV-Netzwerk behandelt wurde. Fallbeschreibung: Initial erfolgte die Vorstellung eines 45-jährigen Patienten in einem externen Krankenhaus bei Thoraxschmerzen links. Bei CT-morphologischem Verdacht auf eine Lungentuberkulose mit begleitendem Pleuraerguss wurde bei mikroskopisch und molekulargenetisch negativen Befunden der Atemwegssekrete eine VATS zur Erregersicherung und Resistenztestung durchgeführt. Histologisch zeigte sich eine nekrotisierende, granulomatöse Entzündung der Pleura. Bei im Verlauf kulturell positivem Sputumbefund erfolgte die stationäre Vorstellung in unserem Krankenhaus. Bei Aufnahme zeigten sich CT-graphisch eine Abhebung der Pleura mit Luft-Flüssigkeitssichel links sowie im Oberlappen links noduläre Verdichtungen mit 2 kleineren bis zu 1 cm großen kavernösen Veränderungen. In Kulturen aus der Pleura-Biopsie erfolgte im Verlauf ebenso der Nachweis von M. tuberculosis ohne nachgewiesene Resistenzen. Bei dem Patienten lagen keine Hinweise auf eine Immundysfunktion, wie etwa eine HIV-Infektion oder Malignome vor. Auch bestanden keine Vorerkrankungen. Leitliniengerecht erfolgte eine Therapie mit Pyrazinamid und Ethambutol über 2 Monate sowie Isoniazid und Rifampicin über insgesamt 6 Monate. In regelmäßigen CT-Kontrollen zeigten sich die Befunde deutlich regredient; Bereits 2 Monate nach Therapiebeginn zeigte sich der Seropneumothorax nahezu vollständig zurückgebildet. Zusammenfassung: Auch bei ausgeprägten Befunden einer Tuberkulose sollte primär eine konservative resistogrammgerechte antituberkulöse Therapie angestrebt werden. Der Fall zeigt, dass sich auch ausgeprägte Läsionen ohne invasive Interventionen und nur durch Tuberkulostatika zurückbilden können. Hierbei sollte bei potentiellen Nebenwirkungen und langer Therapiedauer eine Therapiebegleitung in entsprechenden Zentren erfolgen. Publication History Article published online: 04 March 2026 © 2026. Thieme. All rights reserved. Georg Thieme Verlag KG Oswald-Hesse-Straße 50, 70469 Stuttgart, Germany

Fields of Study & Subjects

Tuberculosis Research and Epidemiology Pleural and Pulmonary Diseases Infectious Diseases and Tuberculosis

Publication details

Journal / source
Pneumologie
Volume
80
Publication date
1 March 2026
Language
DE