Inflammationsbasierte Scoringsysteme zur Prädiktion pulmonaler Exazerbationen bei zystischer Fibrose

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Authors: Raphael S. Reitmeier, Melanie Götschke, Julia Walter, Jeremias Götschke, Julian Schlatzer, D Kauffmann-Guerrero, J Behr, Amanda Tufman, Pontus Mertsch
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Abstract

Hintergrund: Die zystische Fibrose (CF) ist eine autosomal-rezessive Erkrankung infolge von Mutationen im Cystic Fibrosis Transmembrane Conductance Regulator (CFTR)-Gen. Bei den meisten Patient:innen dominiert die pulmonale Manifestation mit rezidivierenden akuten Exazerbationen (PEx), die den Krankheitsverlauf maßgeblich negativ beeinflussen und deren Vorhersage sowie Prävention daher von zentraler klinischer Relevanz sind. Ziel: Ziel dieser Studie war es, Patient:innen mit zystischer Fibrose (pwCF) mit einem erhöhten Risiko für das Auftreten zukünftiger PEx zu identifizieren. Hierfür wurden sowohl etablierte als auch bislang nicht etablierte Marker chronischer Inflammation untersucht. Methoden: Retrospektiv wurden pwCF≥18 Jahre an unserem Zentrum eingeschlossen, bei denen im Beobachtungszeitraum (2014–2018) mindestens zwei Lungenfunktionsuntersuchungen pro Jahr vorlagen. PEx wurden definiert als klinische Verschlechterung mit der Notwendigkeit einer intravenösen Antibiotikatherapie. Verglichen wurden verschiedene laborchemische Entzündungsmarker sowie Scoringsysteme zwischen Patient:innen mit und ohne PEx im Verlauf. Zur Identifikation der prädiktiv stärksten Marker wurden logistische Regressionsmodelle berechnet, adjustiert für Alter, Geschlecht, PEx bei Baseline, Body-Mass-Index, homozygote F508del-Mutation, Diabetes mellitus, chronische bakterielle Infektion sowie CFTR-Modulator-Therapie. Ergebnisse: Insgesamt konnten 131 pwCF eingeschlossen werden, 43,5% waren weiblich, das mittlere Alter betrug 34,0 Jahre. 57,3% der pwCF hatten im Beobachtungszeitraum mindestens eine PEx. Mehrere inflammationsbasierte Parameter bzw. Scores bei Baseline zeigten eine signifikante Assoziation mit dem Auftreten von PEx: erhöhtes C-reaktives Protein (OR=7,29; p=0,01), erhöhte CRP/Albumin-Ratio (OR=1,09; p=0,004), erniedrigtes Lymphozyten-Monozyten-Ratio (OR=0,55; p=0,03), erhöhter Neutrophilen-Lymphozyten-Ratio (OR=1,51; p=0,01) sowie ein CF-ABLE-Score≥2 (OR=3,82; p=0,02). Schlussfolgerung: Inflammationsbasierte Marker und Scoringsysteme eignen sich als einfach zu erhebende Tools zur Identifizierung von pwCF mit erhöhtem Risiko für PEx. Publication History Article published online: 04 March 2026 © 2026. Thieme. All rights reserved. Georg Thieme Verlag KG Oswald-Hesse-Straße 50, 70469 Stuttgart, Germany

Fields of Study & Subjects

Cystic Fibrosis Research Advances Chronic Obstructive Pulmonary Disease (COPD) Research Transplantation: Methods and Outcomes

Publication details

Journal / source
Pneumologie
Volume
80
Publication date
1 March 2026
Language
DE