Charakterisierung der Kohorte des deutschen Bronchiektasen-Registers PROGNOSIS nach Exazerbationshäufigkeit

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Authors: Pontus Mertsch, Jeremias Götschke, Ben Ole Staar, Raphael Ewen, Melanie Götschke, Isabell Pink, Julian Schlatzer, R Zimmer, Gernot G. U. Rohde, Christopher Alexander Hinze, K Hoepker, J. Röhmel
+2 more F C Ringshausen, Jessica Rademacher
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Abstract

Hintergrund: Exazerbationen sind neben der klinischen Symptomatik das zentrale klinische Merkmal der Bronchiektasen-Erkrankung. Neben der Risikostratifizierung von Patienten dienen sie als Entscheidungsmerkmal zur für Therapieintensivierungen. Studiendesign und Methoden: In das seit 2015 rekrutierende PROGNOSIS-Register, wurden prospektiv longitudinale Daten von>2100 erwachsenen Patienten mit CT-bestätigten Bronchiektasen an 38 Zentren gesammelt. Ausschlusskriterien sind eine bekannte Mukoviszidose oder eine Lungentransplantation. Die Auswertung charakterisiert die Teilnehmer der PROGNOSIS-Kohorte anhand der Exazerbationen in den letzten 12 Monaten (0, 1, 2,≥3) zur Baseline und im Verlauf. Ergebnisse: 1696 Patienten wurden ausgewertet, hiervon hatten 1222≥1 Follow-up. Patienten häufigen Exazerbationen (≥3) waren im Vergleich zur Gruppe ohne jünger (mean 55±16 Jahre vs. 60±17 Jahre), hatten einen niedrigeren BMI (median 22,9 (20,6; 26,2) vs. 24,0 (21,4; 26,7)), hatten eine niedrigere FEV1 (median ppFEV1 67 (43,89) vs. 77 (57-95)), hatten häufiger einen Nachweis von Pseudomonas aeruginosa (PA) und chronische PA-Infektionen (42.8% vs. 17.8% bzw. 33.9% vs. 13.2%). Bei Menschen mit Primärer Ciliärer Dyskinesie zeigte sich eine Verteilung hin zu häufigen Exazerbationen (14.7% 7.3%), wohingegen bei idiopathischen Bronchiektasen diese weniger häufig auftraten (32.2% vs. 39.5%). Medikamentös wurden Teilnehmer mit häufigen Exazerbationen häufiger mit Atemphysiotherapie (71.3% vs. 57.1%), mukolytisch (75,0% vs. 53.8%), antiobstruktiv (SAMA/SABA 73.3% vs. 50.2%) und inhalativ antientzündlich (ICS 27.9% vs. 18.0%), sowie dauerhafte mit inhalativen Antibiotika- (20.7% vs. 5.9%) und Makrolidtherapien (34.1% vs. 7.9%) behandelt. Schlussfolgerung: Die Aufschlüsselung der PROGNOSIS-Kohorte nach Exazerbationshäufigkeit zeigt das häufige Exazerbationen mit einem schlechteren klinischen Status, einer deutlicheren Einschränkung der Lungenfunktion und einer höhere Therapielast einhergehen. Zudem auf häufigere Exazerbationen bei bestimmten Ätiolgien. Auch wenn die Auswertung keine ursächlichen Zusammenhänge zulässt, stellt sich die Frage, ob eine Therapieintensivierung erst bei Auftreten von häufigen Exazerbationen erfolgen sollte, oder bereits präventiv bei erhöhtem Risiko. Publication History Article published online: 04 March 2026 © 2026. Thieme. All rights reserved. Georg Thieme Verlag KG Oswald-Hesse-Straße 50, 70469 Stuttgart, Germany

Fields of Study & Subjects

Cystic Fibrosis Research Advances Chronic Obstructive Pulmonary Disease (COPD) Research Tracheal and airway disorders

Publication details

Journal / source
Pneumologie
Volume
80
Publication date
1 March 2026
Language
DE