Social Media als Baustein der medizinischen Weiterbildung sowie Patientenbildung: Ergebnisse einer Querschnittsbefragung
Abstract
Social-Media wird zunehmend in der Aus- und Weiterbildung genutzt und können selbstberichtetes Wissen und Kompetenzen bei Gesundheitsfachpersonen verbessern. Gleichzeitig bieten sie Laien niedrigschwelligen Zugang zu Gesundheitsinformationen; randomisierte und quasi-experimentelle Studien zeigen Wissens- & Selbstmanagement-Gewinne, etwa bei chronischen Erkrankungen. Ziel: Darstellung von Nutzung, Präferenzen und Nutzen von Social-Media im Kontext von PneumoPearls bei Fachpersonen und Laien. Methoden: Anonyme Online-Querschnittsbefragung mit SoSci Survey; Rekrutierung über den PneumoPearls-Kanal auf Instagram von 08.-09.2025. Der Fragebogen umfasste 12 Fragen zu Rolle/Alter/Geschlecht, Beitrag/Nutzen, Rangordnungen zu genutzten Quellen, Themen und Content-Formaten. Als Incentive wurde optional ein Gewinnspiel angeboten; Auswertung deskriptiv; Stratifizierung Laien vs. Fachpersonen. Ergebnisse: Ausgewertet wurden n=342 Datensätze. 71% weiblich; größte Altersgruppe 29–43 J. (45%). 60% waren Laien und 40% Fachpersonen. 90% stimmen zu, dass Social Media zur medizinischen Weiterbildung/Krankheitsverständnis beiträgt; 83% sehen einen Beitrag zur Patientenbildung. Konkreter Nutzen durch PneumoPearls: 60% insgesamt, 56% Laien vs. 65% Fachpersonen. Nutzungspräferenzen: Laien nutzen am häufigsten ärztlichen Kontakt (Mean-Rank 1,6), danach vertrauenswürdige Internetquellen (2,5) und allg. Websuche (2,7) gefolgt von Social Media (3,6). Fachpersonen priorisieren Präsenz-Fortbildungen (3), virtuelle Formate (3,3) und textbasierte Portale (3,4); Social Media rangiert darunter (5). Erklärvideos werden am hilfreichsten eingeschätzt (89%), gefolgt von Experteninterviews (51%). Journal-Clubs sind v. a. für Fachpersonen relevant (42% vs. 10% Laien). Themen: vorn Asthma (53%), Infektionen (33%) und Impfungen (32%). Fazit: PneumoPearls erreicht beide Zielgruppen und wird mehrheitlich als hilfreich wahrgenommen. Für Fachpersonen bleibt Social-Media ergänzend zu CME-Säulen; für Laien dominiert ärztliche Beratung. Eine videozentrierte, evidenzbasierte, quellentransparente Instagram-Strategie mit Expert-Interviews sowie Journal-Club-Elementen für Fachpersonen und alltagsnahen Erklärformaten für Laien erscheint geeignet, klassische Fortbildung bzw. Beratung sinnvoll zu ergänzen. Abb. 1 Publication History Article published online: 04 March 2026 © 2026. Thieme. All rights reserved. Georg Thieme Verlag KG Oswald-Hesse-Straße 50, 70469 Stuttgart, Germany
Fields of Study & Subjects
Social Media in Health Education
Innovations in Medical Education
Health Literacy and Information Accessibility
Publication details
- Journal / source
- Pneumologie
- Volume
- 80
- Publication date
- 1 March 2026
- Language
- DE