Iatrogenes Cushing-Syndrom durch kumulative inhalative und systemische Glukokortikoidtherapie bei kindlichem Asthma bronchiale – eine pulmonologische und endokrinologische Fallanalyse.

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Authors: A Epp, J Krämer, K Gastberger, Désirée Dunstheimer, M Gerstlauer
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Abstract

Glukokortikoide stellen eine zentrale Säule in der Therapie des kindlichen Asthma bronchiale dar. Trotz primär lokaler Applikation können inhalative Steroide bei hoher Dosierung, langer Anwendungsdauer oder Kombination mit weiteren steroidalen Präparaten relevante systemische Nebenwirkungen verursachen. Wir berichten über einen 11-jährigen Jungen mit bekanntem Asthma bronchiale, der sich mit Wachstumsstillstand, Gewichtszunahme, Fatigue und rezidivierenden Synkopen vorstellte. Die pulmonologische Anamnese ergab eine über mehrere Jahre bestehende, unzureichend koordinierte Asthmatherapie mit kumulativer Glukokortikoidexposition. Neben hochdosierten inhalativen Steroiden wurden wiederholt systemische sowie nasale und topische Glukokortikoide verordnet, teils durch verschiedene Fachdisziplinen. Eine strukturierte Erfassung der Gesamtsteroidbelastung lag nicht vor. Endokrinologisch zeigten sich supprimierte basale Cortisol- und ACTH-Werte sowie eine inadäquate Cortisolantwort im ACTH-Stimulationstest im Sinne einer sekundären Nebennierenrindeninsuffizienz bei iatrogenem Cushing-Syndrom. Die zeitliche Rekonstruktion der Medikation anhand von Apothekenabrechnungen und ärztlichen Befunden zeigte eine klare Korrelation zwischen maximaler kumulativer Steroidexposition, Wachstumsverzögerung und klinischen Zeichen des Hypercortisolismus. Aus pulmonologischer Sicht unterstreicht dieser Fall die Bedeutung einer leitliniengerechten, niedrigst-effektiven inhalativen Steroidtherapie sowie einer konsequenten Therapieeskalation und -deeskalation. Die Therapie wurde auf eine reduzierte inhalative Glukokortikoiddosis angepasst und interdisziplinär mit endokrinologischer Hydrocortison-Substitution ergänzt. Der Fall verdeutlicht, dass auch nicht-systemische Glukokortikoide bei fehlender Koordination und unzureichendem Monitoring zu schwerwiegenden systemischen Komplikationen führen können. Eine zentrale pädiatrisch-pulmologische Steuerung der Asthmatherapie, regelmäßige Wachstumskontrollen sowie die kritische Bewertung kumulativer Steroidexposition sind essenziell zur Prävention iatrogener Nebenwirkungen. Publication History Article published online: 26 February 2026 © 2026. Thieme. All rights reserved. Georg Thieme Verlag KG Oswald-Hesse-Straße 50, 70469 Stuttgart, Germany

Fields of Study & Subjects

Adrenal Hormones and Disorders Pituitary Gland Disorders and Treatments Stress Responses and Cortisol

Publication details

Journal / source
Klinische Pädiatrie
Volume
238
Publication date
1 February 2026
Language
DE