Therapieansätze im Sinne des United Airway Prinzips bei Bronchomalazie eines 5-jährigen Jungen

View at publisher
Authors: P Zeitschel, Julia Sobel, J Abel, Vivian Thimsen, S Müller, Jan Thomas Schaefer, André Hörning, Joachim Wölfle, J Schmidt, M Griese, Sabina Schmitt‐Grohé
Cited by: 0

Abstract

Hintergrund: Zur Differentialdiagnose des inspiratorischen Stridors zählen auch Tracheo- und Bronchomalazien. Fallbericht: Wir berichten über einen 5-jährigen Jungen (KG 21 kg (86.Perzentile), KL 108 cm (52.Perzentile), BMI 18 kg/m 2 (93.Perzentile)) mit Asthma bronchiale und Rhonchopathie. Tags wie nachts fände sich häufig ein inspiratorischer Stridor. Die Indikation zur Adenotomie wurde interdisziplinär mit den Kollegen der HNO gestellt. Im Juni 2025 erfolgten die Adenotomie und Bronchoskopie wie ÖGD. Bronchoskopisch zeigte sich bei unauffälligem Larynx und subglottischen Raum eine distale Tracheomalazie links betont (20% Restlumen). Linker Hauptbronchus mit Totalkollaps wie der Segmentbrochien, rechts ebenfalls Malazie (Restlumen 60–70%), Ostien der Subsegmentbronchien frei, wechselndes Bild von malazisch bedingtem Totalkollaps (nur links) bzw. Teilkollaps rechts und gut darstellbaren Segmentbronchien. Differentialdiagnostisch wurde aufgrund mangelnder Stigmata eine syndromale Grunderkrankung ausgeschlossen. Die Hochfrequenzvideomikroskopie von nasalem Schleimhautepithel zeigte keine Hinweise auf eine primär ziliäre Dyskinesie bei unauffälliger Schlagfrequenz (8,5 Hz (Norm 8–12 Hz)) und Schlagmuster. Ferner fand sich eine unauffällige ÖGD. Laborchemisch: K.a. Immundefekt (Pneu- & Diphtherie-AK, IgG-Subklassen, IgG, IgM, B/T-Zelldiff.), Vit. ADE- oder Selen-, Zinkmangel. Unauffällige Befunde für Schweißtest, Echokardiographie, Röntgen-Breischluck und ph-Metrie. Therapieerweiterung mit Tiotropium ad inhal . im off-label use (in Analogie zu Gallagher et al 2011 (Ipratropiumbromid)). Re-Bronchoskopie 9/25 : kein Hinweis auf Fistel (mit trachealer Instillation mit Methylenblau unter gastroskopischer Kontrolle auf Übertritt des Farbstoffs in den Ösophagus), Malazie rückläufig, links verschwollene und vulnerable (zur Blutung neigende) Schleimhaut i.S.d. Infektion und Inflammation. Nachweis von Rhinovirus, S.aureus, S.pneumoniae und H.influenzae sowie Leukozyten in der linksseitigen BAL (im Gegensatz zu einem rechtsseitigen morphologisch/infektiologisch blanden Tracheobronchialsystem). Sanierung des Bronchialsystemes per oraler Antibiose antibiogrammgerecht mit Cefaclor (Infektion als Trigger der Malazie). Schlussfolgerung: Als Folge der Adenotomie (mit konsekutiv weniger Infekten) sowie der Inhalation eines Parasympatholytikums ist eine geringere nasale wie bronchiale Sekretion zu diskutieren. Insofern haben diese Faktoren möglicherweise wichtigen Einfluss auf die Malazie. Publication History Article published online: 26 February 2026 © 2026. Thieme. All rights reserved. Georg Thieme Verlag KG Oswald-Hesse-Straße 50, 70469 Stuttgart, Germany

Fields of Study & Subjects

Tracheal and airway disorders Asthma and respiratory diseases Respiratory and Cough-Related Research

Publication details

Journal / source
Klinische Pädiatrie
Volume
238
Publication date
1 February 2026
Language
DE