Operative Versorgung von Säuglingen mit angeborener Zwerchfellhernie: nationale Trends über 19 Jahre
Abstract
Einleitung: Die Zwerchfellhernie ist eine seltene angeborene Fehlbildung mit einer lebenslangen relevanten pneumologischen Morbidität. Fortschritte in der pränatalen Diagnostik, pränatalen Chirurgie und pädiatrischen Intensivmedizin haben zu einer Verbesserung des Überlebens dieser Patienten geführt. Die chirurgische Versorgung der etwa 160 Fälle pro Jahr erfolgt in Deutschland dezentral. Historisch ist der minimal-invasive chirurgische Verschluss der Zwerchfellhernie mit einer erhöhten Rezidivrate assoziiert. Diese Studie untersucht die nationale Entwicklung der chirurgischen Therapie der letzten zwei Jahrzehnte. Material und Methoden: Daten zur operativen Versorgung von Säuglingen mit angeborener Zwerchfellhernie (OPS 5-538.0–5-538.9x) der DRG-Statistik des Statistischen Bundesamtes und des Geburtenregisters wurden über die Jahre 2005–2023 extrahiert, nach Geschlecht stratifiziert. Es erfolgte eine deskriptive statistische Analyse. Ergebnisse: Insgesamt wurden 17.264.761 stationäre Fälle analysiert, in denen 3.379 primäre Zwerchfellverschlüsse und 186 Rezidivhernienverschlüsse durchgeführt wurden. Die offene Operation war mit 90% die am häufigsten durchgeführte primäre Versorgung, davon wurde bei 36% ein Patch verwendet. In 19 Jahren wurden nur 272 Zwerchfellhernien minimal-invasiv operiert. Der Anteil der minimal-invasiven Versorgung stiegt von 2005 (0,6%) bis 2023 (19%, p< 0,01) statistisch signifikant an. Hier war der Anteil der Patch-Versorgungen statistisch signifikant höher (75%, p< 0,01). Trotz des Anstiegs der minimal-invasiven Versorgungen blieb die Rezidivrate im ersten Lebensjahr bei durchschnittlich 5,5% stabil. Schlussfolgerung: Trotz einer statistisch signifikanten Zunahme in den letzten Jahren bleibt die minimal-invasive Versorgung der Zwerchfellhernie in Deutschland die Ausnahme. In der minimal-invasiven Chirurgie war der Anteil an Patch-Plastiken signifikant höher. Rezidivrate im ersten Lebensjahr blieb trotz Zunahme minimalinvasiver Versorgungen stabil. Weitere Studien sind notwendig, um zu untersuchen, ob die in der Literatur beschriebene Assoziation von minimal-invasiver Chirurgie und Zwerchfellhernien weiterhin besteht, und ob der vermehrte Einsatz von Zwerchfellpachtes hier zu einer Stabilisierung der Rezidivrate beigetragen haben könnte. Publication History Article published online: 26 February 2026 © 2026. Thieme. All rights reserved. Georg Thieme Verlag KG Oswald-Hesse-Straße 50, 70469 Stuttgart, Germany
Fields of Study & Subjects
Congenital Diaphragmatic Hernia Studies
Congenital Anomalies and Fetal Surgery
Pectus Deformity Diagnosis and Treatment
Publication details
- Journal / source
- Klinische Pädiatrie
- Volume
- 238
- Publication date
- 1 February 2026
- Language
- DE