Zwei seltene Fälle von spätdiagnostizierten vaskulären Pathologien bei rezidivierenden obstruktiven Bronchitiden

View at publisher
Authors: Melanie Dreßler, S Fischer, Katharina Blümchen, Olaf Eickmeier, C Walter, Jordis Trischler
Cited by: 0

Abstract

Einleitung: Wir beschreiben zwei seltene Fälle von spätdiagnostizierten vaskulären Pathologien bei Patienten mit rezidivierenden obstruktiven Bronchitiden (ROB). Fallbericht 1: 09/22 Erstvorstellung bei uns im Alter von 4 Monaten bei ROB und persistierendem inspiratorischem Stridor seit der Geburt. Bei negativem Schweißtest, Bild einer Bronchitis im Röntgen Thorax und ausbleibender Besserung unter inhalativer Dauertherapie mit Fluticason/Salmeterol Empfehlung zur Bronchoskopie. Diese wurde von der Familie zunächst abgelehnt und erfolgte erst 07/25 bei persistierenden ROB, Stridor bei Infekt und Anstrengung sowie häufigem Bedarf an systemischen Steroiden unter Dauertherapie. Es zeigte sich eine pulsierende Engstelle (Lumeneinengung ca. 70%) in der distalen Trachea und somit bestand der Verdacht auf eine vaskuläre Pathologie als Ursache der Trachealkompression. In der daraufhin durchgeführten Echokardiographie wurde die Verdachtsdiagnose eines linksdominanten kompletten doppelten Aortenbogens gestellt, dieser ließ sich in der MR-Angiographie bestätigen. Hintergrund: In der Literatur wird die Häufigkeit des kompletten doppelten Aortenbogens mit linksdominantem Bogen auf ca. 5% beziffert. Hierbei liegt der Median der Erstdiagnose bei 5 Monaten. Fallbericht 2: 3 Jahre alter Patient mit seit dem 3. Lebensmonat monatlich auftretenden ROB und Pneumonien mit stationärem Aufenthalt. Seit 03/23 erhielt der Patient 15x antibiotische Therapie sowie 5x systemisches Steroid trotz inhalativer Dauertherapie mit Fluticason/Salmeterol. 07/25 Erstvorstellung bei uns, hier Mittellappeninfiltrat im Röntgen Thorax, negativer Schweißtest und konsekutive Planung einer Bronchoskopie. Dabei zeigte sich die Trachea im mittleren Drittel entrundet mit pulsierender Kompression von rechts frontal. Bei unauffälliger Echokardiographie erfolgte eine MR-Angiographie. Hier zeigte sich eine Einengung der Trachea durch den Truncus brachiocephalicus bei engen Verhältnissen in der oberen Thoraxaperatur. Hintergrund: In der Literatur wird die Kompression der Trachea durch den Truncus brachiocephalicus bei engen Thoraxverhältnissen als Innominate-Artery-Compression-Syndrome bezeichnet, eine extrem seltene vaskuläre Kompressionspathologie für die aktuell keine genauen Häufigkeitsangaben in der Literatur verfügbar sind. Schlussfolgerung: Bei ROB muss auch nach dem 1. Lebensjahr an eine vaskuläre Pathologie gedacht und diese mittels Bronchoskopie und bildgebender Diagnostik ausgeschlossen werden. Publication History Article published online: 26 February 2026 © 2026. Thieme. All rights reserved. Georg Thieme Verlag KG Oswald-Hesse-Straße 50, 70469 Stuttgart, Germany

Fields of Study & Subjects

Tracheal and airway disorders Vascular anomalies and interventions Congenital Heart Disease Studies

Publication details

Journal / source
Klinische Pädiatrie
Volume
238
Publication date
1 February 2026
Language
DE