Nekrotisierende Pleuropneumonie durch Nocardia cyriacigeorgica bei einem Patienten mit Septischer Granulomatose.

View at publisher
Authors: P E Aleksander, Y Sharkovska, M C Bauer, Stephanie A. Thee, L Martin, S Y Gräber, Corona Metz, Simon Veldhoen, M Stahl, Tilmann Kallinich, S Lau, Marcus Alexander Mall
+1 more Horst von Bernuth
Cited by: 0

Abstract

Einleitung: Bei Septischer Granulomatose (Chronic Granulomatous Disease, CGD) können phagozytierte Erreger wegen defizienter Bildung reaktiver Sauerstoffmetabolite nicht ausreichend abgetötet werden. Einzige kurative Therapie ist die allogene Stammzelltransplantation (alloHSCT). Nicht Transplantierte benötigen eine lebenslange Prophylaxe mit einem gegen Aspergillus wirksamen Azol sowie Cotrimoxazol, zur Prävention von Infektionen gegen (fakultativ) intrazelluläre Bakterien, S. aureus , P. mirabilis , B. cepacia und Nocardia spp (1). Wir berichten über einen jungen Erwachsenen mit CGD ohne Cotrimoxazol-Prophylaxe bei Unverträglichkeit, der eine alloHSCT ablehnte. Fallbeschreibung: Ein 19-jähriger Patient mit CGD durch gp91 phox -Defekt mit Restaktivität der NADPH-Oxidase stellte sich mit Fieber und Husten vor. Diagnostik: Laborchemisch Leukozytose (14,9/nl), Neutrophilie (11,9/nl) und CRP-Erhöhung (81,5 mg/l) . In der Bildgebung Nachweis einer pulmonalen Konsolidierung mit V.a. Abszedierung im Mittellappen. Im Tracheobronchialsekret Nachweis von S. aureus (Kultur), in der bronchoalveolären Lavage sowie im Pleurapunktat von Nocardia cyriacigeorgica (Kultur bzw. NGS) . Weitere Infekt-Foci wurden ausgeschlossen. Therapie und Verlauf: Initial Meropenem und Teicoplanin intravenös (i.v.), bei Nocardiennachweis ergänzt um Amikacin. Nach vier Tagen Ersatz Amikacin und Teicoplanin durch Ampicilin/Sulbactam, mit erhöhtem Ampicillin-Anteil (300 mg/kg/d). Bei persistierendem Fieber und CRP sowie neuem Sauerstoffbedarf erneute Bildgebung, hier bilaterale Pleuraergüsse und neue Konsolidierung im Unterlappen rechts. Daraufhin erneute Therapieeskalation mit Amikacin, Teicoplanin, Prednisolon, Albumin, Diuretika und Anlage einer Pleuradrainage. Trotz bekannter Unverträglichkeit, Therapie mit Cotrimoxazol p.o. nach Einschleichen. Ambulante Therapiefortsetzung mit Meropenem, Ampicillin/Sulbactam und Cotrimoxazol (> sieben Wochen), dann mit Cotrimoxazol und Amoxicillin/Clavulansäure p.o. Diskussion: Nocardiose betrifft vor allem Personen mit eingeschränkter zellulärer Immunität (1, 2). Umfassende mikrobiologische Diagnostik vor Therapiebeginn ist essentiell (2). Der Fall demonstriert die Hartnäckigkeit einer Nocardiose bei Immundefekt. Bei fehlender Alternative zur Cotrimoxazol-Prophylaxe gegen Burkholderia und Nocardia bei CGD, ist bei Unverträglichkeit eine Desensibilisierung anzustreben. Scheitert diese, muss eine alloHSCT dringlich erwogen werden (3). Publication History Article published online: 26 February 2026 © 2026. Thieme. All rights reserved. Georg Thieme Verlag KG Oswald-Hesse-Straße 50, 70469 Stuttgart, Germany

Fields of Study & Subjects

Actinomycetales infections and treatment Immunodeficiency and Autoimmune Disorders Fungal Infections and Studies

Publication details

Journal / source
Klinische Pädiatrie
Volume
238
Publication date
1 February 2026
Language
DE