Vorschulkind mit Weichteilemphysem durch Trachealverletzung nach präklinischer Beatmung – Ein Plädoyer für die Larynxmaske?

View at publisher
Authors: J J Wagner, C Röttele, Ute Jarmola, S. Becker
Cited by: 0

Abstract

Fallvorstellung: Wir möchten einen 5 Jahre alten Jungen vorstellen, der im Rahmen eines fieberassoziierten epileptischen Anfalls bei oberem Atemwegsinfekt präklinisch intubiert wurde. Im Anschluss an die innerklinische Extubation erfolgte die Versorgung mit nasalem High Flow. Nach blutigem Erbrechen entwickelte sich ein ausgeprägtes Hautemphysem beginnend am linken Kieferwinkel. Nach rascher Ausbreitung bis zur vorderen Thoraxapertur erfolgte die notfallmäßige Re-Intubation. Im Röntgen des Thorax wurde zudem ein Mediastinalemphysem sowie ein Pneumothorax sichtbar. Nach Resorption des Emphysems erfolgte am 3. Behandlungstag ein erneuter Extubationsversuch, der wieder eine rasche Hautemphysem-Entwicklung zur Folge hatte. In der Bronchoskopie und im CT konnte im Verlauf eine ursächliche Trachealverletzung gefunden werden. Unter weiteren 72 h der Beatmung kam es zur Resorption des Emphysems. Am 8. Behandlungstag konnte unser Patient erfolgreich extubiert werden. Hintergrund: Tracheobronchiale Verletzungen sind eine seltene Komplikation der Intubation. Am häufigsten ist aufgrund der fehlenden Knorpelstabilisierung wie auch in unserem Fall die Pars membranacea betroffen. Zu den Symptomen zählen Hautemphysem, respiratorische Insuffizienz, Pneumothorax und Hämoptysen. Es gibt mechanische und anatomische Risikofaktoren. Darunter fallen multiple Intubationsversuche, Unerfahrenheit des Personals, Vorschieben des Führungsstabes, Überblockung des Cuffs, Fehllage der Tubusspitze, unpassende Tubusgröße, Extubation ohne Entblockung des Cuffs sowie Husten und Bewegung des Patienten während der Extubation. Zu den anatomischen Risikofaktoren zählen angeborene Trachealfehlbildungen, tracheobronchiale Instabilität, chronische Entzündungsprozesse oder Steroidbehandlung. Aufgrund der Seltenheit der Komplikation gibt es keine klare Empfehlung zum Vorgehen. Fazit: Wenn nach ITN die Komplikation eines Weichteilemphysems eintritt, muss an eine Verletzung gedacht werden. In unserem Fall war trotz des ausgeprägten Emphysems mit Rezidiv das konservative Vorgehen erfolgreich. Ursächlich kommt eine Intubationsverletzung oder eine Verletzung bei komplizierter Extubation in Frage. Retrospektiv ist hier das präklinische Atemwegsmanagement z. B. mit Larynxmaske zu diskutieren und aus unserer Sicht, insbesondere bei mangelnder Erfahrung in der Intubation bei Kindern, dieser vorzuziehen. Publication History Article published online: 26 February 2026 © 2026. Thieme. All rights reserved. Georg Thieme Verlag KG Oswald-Hesse-Straße 50, 70469 Stuttgart, Germany

Fields of Study & Subjects

Pneumothorax Barotrauma Emphysema Airway Management and Intubation Techniques Tracheal and airway disorders

Publication details

Journal / source
Klinische Pädiatrie
Volume
238
Publication date
1 February 2026
Language
DE