Interventioneller Verschluss einer kritischen bronchopleuralen Fistel nach VATS bei einem intrapulmonalen Abszess des rechten Oberlappens
Abstract
Einleitung: Die Entscheidung für eine operative Versorgung eines Lungenabszesses ist kritisch. Eine postoperative bronchopleurale Fistel eine gefürchtete Komplikation, die sich manchmal nur schwer behandeln lässt. Ein interventioneller Verschluss stellt eine Behandlungsoption dar. Kasuistik: Wir berichten von einem zweijährigen Jungen, der uns nach einem 13-tägigen der Atemwegsinfekt mit Fieber bis 40°C und einer 10-tägigen antibiotischen Behandlung bei Allgemeinzustandsverschlechterung zugewiesen wurde. Klinisch zeigten sich rechtsseitig feinblasige Rasselgeräusche und ein abgeschwächtes Atemgeräusch auf der rechten Seite. Laborchemisch zeigte sich ein CRP-Wert von>200 mg/L und im Urin ließ sich ein Streptokokken-Antigen nachweisen. Es lag ein Co-Virusnachweis mit Influenza B, RSV und Rhino-/Enteroviren vor. Radiologisch zeigte sich eine 6 x 9 cm messender rechtsseitiger intrapulmonaler Oberlappenabszess mit Lufteinschlüssen sowie ein gekammertes partiell hämorrhagisches Pleuraempyem des posterioren Segmentes. Es erfolgte eine intravenöse Behandlung mit Unacid und Clindamycin. Eine interdisziplinäre Konferenz empfahl eine VATS. Nach Ausräumung der Abszesshöhle und Anlage zweier Drainagen war der postoperative Zustand kritisch. Eine Extubation war aufgrund einer bronchopleuralen Fistel nicht möglich. Bei Reservebeatmung mit NO-Gabe war eine Verlegung zu risikoreich. Ein Endobronchialblocker ließ sich nicht platzieren. Daher entschieden wir uns für einen interventionellen, bronchoskopisch-draht geführten Verschluss mittels eines 5 x 20 mm großen Ballons. Dieser wurde unter Durchleuchtungskontrolle über eine Arndt-Schleuse in das posteriore Oberlappensegment platziert. Sechs Tage später wurde der Ballon radiologisch interventionell gegen einen Nitinol-(Vascular-)Plug ausgetauscht. Nach zwei Tagen erfolgte die Extubation und nach fünf Tagen die Beendigung jeglicher Atemhilfe. Nach Korrektur der Position des Plugs konnten die Thoraxdrainagen drei Tage später entfernt werden. Nach 14 Tagen erfolgte die Entlassung. Sechs Wochen später konnte der Plug bei Erhalt großer Teile des rechten Oberlappens entfernt werden. Schlussfolgerungen: Zum Verschluss einer bronchopleuralen Fistel unter Reservebeatmung kann überbrückend eine bronchoskopisch-drahtgeführte Ballonplatzierung im Sinne eines individuellen Heilversuchs erwogen werden. Eine weitere off-label Behandlungsmöglichkeit stellt ein Nitinol-Plug dar, der so weitere thoraxchirurgische Eingriffe verhindern konnte. Publication History Article published online: 26 February 2026 © 2026. Thieme. All rights reserved. Georg Thieme Verlag KG Oswald-Hesse-Straße 50, 70469 Stuttgart, Germany
Fields of Study & Subjects
Pleural and Pulmonary Diseases
Pneumothorax
Barotrauma
Emphysema
Tuberculosis Research and Epidemiology
Publication details
- Journal / source
- Klinische Pädiatrie
- Volume
- 238
- Publication date
- 1 February 2026
- Language
- DE