Case Report: Patientin mit seltener CF-Genetik: F508del/p.Leu159Ser – CF oder doch etwas anderes?

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Authors: P Ullmann, Manfred Ballmann, Daniela Nolkemper
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Abstract

F508del gehört zu der CFTR-Mutationsklasse II und löst Cystische Fibrose aus. In der Literatur werden nur wenige Fälle der p.Leu159Ser-Variante beschrieben, welche als wahrscheinlich pathogen eingeordnet wird. Die Patient*innen sind dabei alle pankreassuffizient und haben meist ein Schweißchlorid>60 mmol/l. Weitere klinische Daten fehlen. Eine aus der Ukraine stammende Patientin stellte sich mit oben genannter hetrerozygoter CFTR-Genetik (F508del/p.Leu159Ser) im Alter von 1,5 Jahren in unserer CF-Ambulanz vor. Dort fiel das Mädchen (38. SSW, 3230 g, 53 cm) ausschließlich im postnatal durchgeführten Mukoviszidose-Screening mit einem erhöhten IRT-Spiegel von 87 ng/ml auf. Der Schweißtest wurde dreimal im intermediären Bereich ermittelt (maximal 44,9 mmol/l Schweißchlorid) und die Pankreaselastase im Stuhl war normwertig (418 μg/kg). Radiologisch konnten weder eine Pankreasatrophie noch pulmologische Veränderungen nachgewiesen werden. Es zeigte sich lediglich eine geringe Hepatomegalie an der Grenze zu einer beginnenden Steatosis hepatis. Es traten keine Exazerbationen auf. Laborchemisch fielen anhaltend mäßig erhöhte Transaminasen bei normwertigen Bilirubinwerten auf. Die Hepatitisserologien waren negativ. Wir entschieden uns bei unauffälliger Entwicklung, blander Klinik und ungesicherter Pathogenität von p.Leu159Ser vorerst gegen den Beginn einer Modulatortherapie. Zu diesem Zeitpunkt gingen wir von einer CFSPID (Mukoviszidosescreening positiv und unklare Konfirmationsdiagnostik) aus. In den Verlaufskontrollen stiegen jedoch die Transaminasen weiterhin an (ASAT 122 U/l und ALAT 327 U/l). Deswegen erweiterten wir die Diagnostik. Dabei fiel ein stark erniedrigtes Coeruloplasmin mit 0,023 g/l bei sonst normwertigen alpha-1-Antitrypsin, Immunglobulinen, Gerinnung, ANCA, ANA und Autoimmunantikörpern auf. Bei Verdacht auf einen Morbus Wilson schlossen wir eine genetische Untersuchung an. In dieser wurden zwei pathogene Varianten im ATP7B-Gen nachgewiesen, die die Verdachtsdiagnose bestätigten. Zur Konfirmationsdiagnostik wurde die Kupferausscheidung im Urin mit und ohne Gabe von Penicillamin ermittelt. Das Ergebnis ist noch ausstehend. Wir schrieben die sonographisch darzustellende Leberparenchymveränderung sowie die Leberwerterhöhung der bis dato bekannten CFSPID zu. Letztlich erwies sich aber die persistierende und progrediente Transaminasenerhöhung als Ausdruck einer unabhängigen hepatologischen Grunderkrankung und nicht als eine Pathologie der CF. Publication History Article published online: 26 February 2026 © 2026. Thieme. All rights reserved. Georg Thieme Verlag KG Oswald-Hesse-Straße 50, 70469 Stuttgart, Germany

Fields of Study & Subjects

Cystic Fibrosis Research Advances Genomics and Rare Diseases Immunodeficiency and Autoimmune Disorders

Publication details

Journal / source
Klinische Pädiatrie
Volume
238
Publication date
1 February 2026
Language
DE