Tracheale Ruptur bei Frühgeborenen

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Authors: J Preißler, L Svoboda, H Cipowicz, C Richter, H Proquitte, Michael Lorenz
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Abstract

Hintergrund: Iatrogene tracheale Rupturen bei (extrem) Frühgeborenen sind selten, werden in der Literatur jedoch mit einer Inzidenz von ungefähr 0,005% iatrogener tracheobronchialer Verletzungen im Kontext endotrachealer Intubation beschrieben. Hauptursachen sind ein schwieriger/protrahierter Atemweg mit wiederholten oder notfallmäßigen Intubationsversuchen bei anatomisch kleiner, fragiler Trachea und inkompletter Knorpelstabilität, wodurch das Verletzungsrisiko deutlich steigt. Fallbericht: Weibliches extremes Frühgeborenes (26+3 SSW, 800 g) nach Sectio. Bei progredientem Atemnotsyndrom und geplanter endotrachealer Intubation mit Surfactantgabe misslangen mehrere videolaryngoskopische Intubationsversuche. Wiederholt bestand bei vermeintlich korrekter Endotrachealtubus-Position keine Thoraxexkursion, während die Ventilation über Rachentubus möglich war; es trat ein zervikales Luftemphysem auf. Die Notfallbronchoskopie über Larynxmaske zeigte eine subglottische sackartige Aussackung (DD Trachealdivertikel/Trachealfistel), in die der Tubus vermutlich wiederholt fehlgeleitet wurde. Eine bronchoskopisch geführte Intubation war nur mit 3,0er-Tubus möglich (Optik-Limitierung) und erforderte initial eine HFOV-Beatmung. Am dritten Lebenstag führte der Versuch der Umintubation auf 2,5er über Führungsdraht zu erneuter Läsion und rechtsseitigem Spannungspneumothorax; es wurden insgesamt drei Thoraxdrainagen angelegt. Trotz Drainagen persistierte ein hoher Leckagefluss (Air-Leak). Tag 5 erfolgte die experimentelle Platzierung unter bronchoskopischer Sicht von einem Ballon-Okkluder (Neuroradiologie) in den rechten Unterlappenbronchus, mit sofortigem Sistieren des Air-Leaks; der Ballon versagte nach ca. 5h und wurde undicht. Daraufhin erfolgte die Blockung mittels Rashkind-Katheter blind in rechte Seitenlage. Unter wiederholtem Nachblocken, Luftabzug sowie Fibrinkleber/Blutpatch (über Drainage) kam es nur zur passageren pulmonalen Stabilisierung. Bei rezidivierenden Krisen, Pneumonie und fehlender operativer Option wurde am 9. Lebenstag palliativ extubiert; Exitus im Beisein der Eltern. Schlussfolgerung: Der Fall unterstreicht die Notwendigkeit eines Erstversuchserfolgs-Konzepts (erfahrenes Team, frühe Eskalation zur Bronchoskopie) und die strikte Limitierung weiterer Intubationsversuche bei Ventilationsversagen. Selektive bronchiale Okklusionsverfahren können bei massivem Air-Leak eine temporäre Bridging-Option darstellen, sind jedoch keine definitive Therapie. Publication History Article published online: 26 February 2026 © 2026. Thieme. All rights reserved. Georg Thieme Verlag KG Oswald-Hesse-Straße 50, 70469 Stuttgart, Germany

Fields of Study & Subjects

Tracheal and airway disorders Airway Management and Intubation Techniques Pneumothorax Barotrauma Emphysema

Publication details

Journal / source
Klinische Pädiatrie
Volume
238
Publication date
1 February 2026
Language
DE