PICADAR – Limitationen beim Screening für Primäre Ciliäre Dyskinesie

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Authors: Alexander R. Schramm, Johanna Raidt, Sarah Riepenhausen, Caroline Marie Torp Nygaard, Retno Tenardi-Wenge, T Qvist, Pernille Witt, Michael Storck, H Olbrich, K G Nielsen, Heymut Omran
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Abstract

Einleitung: Der PICADAR-Fragebogen (Primary Ciliary Dyskinesia Rule) wird aktuell von der European Respiratory Society empfohlen, um die Wahrscheinlichkeit für das Vorliegen einer Primären Ciliären Dyskinesie (PCD) zu bestimmen und entsprechend weitere Diagnostik einzuleiten. Der Fragebogen darf nur angewendet werden, wenn täglicher produktiver Husten vorliegt. Er umfasst 7 Ja/Nein-Fragen, die mit einem bis vier Punkten gewichtet werden. Ab einer Summe von≥5 Punkten wird der Test als Positiv gewertet und eine weitere PCD-Diagnostik empfohlen. Trotz seiner weiten Verbreitung und Nutzung wurde der Fragebogen bislang nicht an einer gut charakterisierten, großen und unabhängigen Kohorte bestätigt. Methoden: In unserer Studie im Rahmen des internationalen PCD-Registers erhoben wir den PICADAR an einem dänischen und einem deutschen PCD-Zentrum bei Individuen mit genetisch bestätigter PCD. Wir berechneten die Sensitivität des Tests und ermittelten in Subgruppenanalysen den Einfluss von Lateralitätsdefekten und ziliären Ultrastrukturdefekten. Ergebnisse: Von 269 Individuen mit genetisch bestätigter PCD gaben 18 Individuen (7%) an, keinen täglich feuchten Husten zu haben. In der Gesamtkohorte lag der mediane PICADAR Score bei 7 (Interquartilenabstand IQA: 5–9) und die Sensitivität bei 75% (202/269). Die Sensitivität war mit 61% (95/156) bei Individuen mit Situs solitus deutlich niedriger als bei Individuen mit Lateralitätsdefekt 95% (107/113; p*< 0.0001). Eine ähnlich schlechte Sensitivität zeigt sich bei Individuen mit normaler ziliärer Ultrastruktur (59%, 51/87) im Vergleich zu Individuen mit auffälliger ziliärer Ultrastruktur (83%, 151/182; p*< 0.0001). Schlussfolgerung: Der PICADAR weist in dieser Studie eine deutlich schlechtere Sensitivität auf, als sie in der Originalpublikation von Behan et al. 2016 berichtet wurde (75% versus 90%). Insbesondere in den Subgruppen Situs solitus sowie bei PCD-Individuen mit unauffälliger ziliärer Ultrastruktur weist der PICADAR eine unzureichende Sensitivität auf. Der Test sollte nicht die Grundlage sein, um Individuen mit chronisch respiratorischer Symptomatik eine PCD-Diagnostik vorzuenthalten. Es besteht klarer Forschungsbedarf, um ein besseres Screening Tool für PCD zu entwickeln. Publication History Article published online: 26 February 2026 © 2026. Thieme. All rights reserved. Georg Thieme Verlag KG Oswald-Hesse-Straße 50, 70469 Stuttgart, Germany

Fields of Study & Subjects

Cystic Fibrosis Research Advances Genetic and Kidney Cyst Diseases Immunodeficiency and Autoimmune Disorders

Publication details

Journal / source
Klinische Pädiatrie
Volume
238
Publication date
1 February 2026
Language
DE