Unterschätztes Gesundheitsrisiko – die Ultrafeinstaubbelastung durch den Flugverkehr

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Authors: S Roßberg, T Lob-Corzilius, H Fuchsig, AG S Luft
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Abstract

Hintergrund: Eine zunehmende Zahl an Publikationen belegt die besorgniserregende Wirkung von Ultrafeinstaubpartikeln (UFP) auf das menschliche Gewebe. Lungen- Gefäß- und Krebserkrankungen treten gehäuft in der Umgebung von Flughäfen auf. Triebwerksemissionen machen die Flughäfen zu Ultrafeinstaub-Hotspots. Triebwerke emittieren Luftschadstoffe, vor allem ultrafeine Partikeln in großen Mengen in die Atemluft. UFP sind mit vielen toxischen und kanzerogenen Stoffen beladen. Sie dringen über Nase und Lunge bis tief ins Gewebe und die Zellen vor. Dort verursachen sie nachweislich Zellschäden und sind an vielen Krankheiten beteiligt. Gesundheitliche Auswirkungen: Etwa 350.000 Todesfälle pro Jahr sind in der Europäischen Union noch immer auf die Exposition gegenüber (Ultra-) Feinstaub und anderen Luftschadstoffen zurückzuführen. Diese Zahl ist zwar rückläufig, aber nur durch die gesetzlich gelenkte Reduzierung von Luftschadstoffen (Verkehr, Industrie, Haushalte) erreicht worden. Dieser Weg muss weiter verfolgt werden, um vorzeitige Todesfälle zu verhindern, die Lebensqualität zu verbessern und enorme Gesundheitskosten zu sparen. Gesundheitlichen Folgen sind vermehrte Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck, Demenz und Tumorerkrankungen wie Blasenkrebs. Bei erhöht feinstaubexponierten Schwangeren konnten Assoziationen zu Frühgeburtlichkeit und vermindertem Geburtsgewicht nachgewiesen werden, bei den Kindern verminderte Lungenreifung und funktionelle Kapazität, neurologisch verminderte Impulskontrolle sowie vermehrt Diabeteserkrankungen, weil Luftschadstoffe endokrine Botenstoffe erhöhen, die zu mehr Übergewicht führen. Maßnahmen: Für ultrafeine Partikeln gab es bislang keine Regulierung. Aktuell wurden erstmals verpflichtende Messungen durch die neue europäische Richtlinie Ambient Air Quality Directive von 2024 verabschiedet, was erstmals eine systematische Erfassung der Belastung ermöglicht. Heute schon durchführbare Maßnahmen können die Schadstoffbelastung an den Flughäfen für 52 Millionen betroffene Europäer deutlich reduzieren. Am effektivsten sind das emissionsfreie Schleppen der Flugzeuge, die Kerosinentschwefelung und die Reduzierung von Flügen. Das erfordert politische Initiativen. Im Rahmen eines Positionspapiers regt die AG Saubere Luft/ KLUG e.V. die genannten Maßnahmen an. Publication History Article published online: 26 February 2026 © 2026. Thieme. All rights reserved. Georg Thieme Verlag KG Oswald-Hesse-Straße 50, 70469 Stuttgart, Germany

Fields of Study & Subjects

Air Quality and Health Impacts Noise Effects and Management Indoor Air Quality and Microbial Exposure

Publication details

Journal / source
Klinische Pädiatrie
Volume
238
Publication date
1 February 2026
Language
DE