Langzeitverlauf von Kindern mit nekrotisierender Pneumonie zeigt eine hohe Regenerationsfähigkeit des Lungenparenchyms

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Authors: D M Decker, M. Wetzke, Christoph M. Happel, Pia Maier, O Keil, Diane Miriam Renz, Nicolaus Schwerk, Katharina Schütz
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Abstract

Hintergrund: Die nekrotisierende Pneumonie (NP) ist eine seltene, aber schwerwiegende Komplikation der ambulant erworbenen Pneumonie im Kindesalter (pedCAP), die bei großer Schädigung des Lungenparenchyms zusätzlich mit einem Pleuraempyem und/oder einem persistierenden Pneumothorax bei bronchopleuraler Fistel (BPF) einhergehen kann Die primäre Therapie ist konservativ (antibiotische Therapie, Drainagen, Lyse, supportive Therapie). Bei sehr schweren oder prolongierten Verläufen werden zusätzlich chirurgische Verfahren (z. B. Resektion, Übernähung der BPF, Nekroseabtragung, Pleurolyse) eingesetzt, wobei eventuell regenerationsfähiges Lungenparenchym reseziert wird. Daten zur Regenerationsfähigkeit des Lungenparenchyms nach ausschließlich konservativem Vorgehen bei NP im Kindesalter liegen kaum vor. Methode: Monozentrische Auswertung der initialen klinischen Präsentation sowie des Langzeitverlaufes aller Kinder, die mit nekrotisierender Pneumonie zwischen 10/2015 und 02/2025 in der Medizinischen Hochschule Hannover behandelt wurden. Ergebnis: 32 Kinder (Medianalter 3.7 Jahre; IQR 2–5; 52% weiblich) wurden in die Auswertung eingeschlossen. Bei 56% lag ein begleitendes Empyem vor, bei 78% mindestens eine Episode mit Pneumothorax, in 59% der Fälle eine BPF und bei 28% eine Sepsis. 6 Kinder erhielten eine chirurgische Intervention vor Verlegung in unsere Klinik. Bei 24 Kindern (75%) erfolgte eine CT-Thorax-Untersuchung zum Zeitpunkt der Diagnosestellung. Hier zeigten sich ausgeprägte Konsolidierungen, Einschmelzungen, bullös-zystische Veränderungen, (Sero)pneumothoraces (in 9 Fällen bilateral) und Bronchiektasen. 23 Kinder (72%) erhielten mindestens eine weitere CT-Thorax-Untersuchung im Verlauf (Median 185 Tage, IQR 115–314). Es zeigte sich bei allen eine deutliche Regredienz der Initialbefunde mit weitgehend unauffälligem Lungenparenchym neben geringen residuellen Belüftungsstörungen, narbigen Veränderungen und Verdichtungen. Der letzte FU erfolgte zwischen 1 und 10 Jahre nach Pneumonie. Hier waren 28 Kinder (84%) komplett asymptomatisch. 2 Kinder leiden an chronisch produktivem Husten bei Bronchiektasenbildung. Zusammenfassung: Im Kindesalter zeigt sich eine hohe Regenerationsfähigkeit des Lungenparenchyms nach schwerer nekrotisierender Pneumonie, sodass, wenn möglich, eine primär konservative und damit gewebeerhaltende Therapie gerechtfertigt ist. Publication History Article published online: 26 February 2026 © 2026. Thieme. All rights reserved. Georg Thieme Verlag KG Oswald-Hesse-Straße 50, 70469 Stuttgart, Germany

Fields of Study & Subjects

Pneumonia and Respiratory Infections Pleural and Pulmonary Diseases Pneumothorax Barotrauma Emphysema

Publication details

Journal / source
Klinische Pädiatrie
Volume
238
Publication date
1 February 2026
Language
DE